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MI | 11.04.2012
Singvogel (Bild: APA)
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Aufruhr im Salzkammergut
Bei einer am Donnerstagabend von Radio Oberösterreich veranstalteten Konfrontation von Vögelfängern und Tierschützern in Bad Goisern gingen erneut die Wogen hoch. Eine Einigung ist noch lange nicht in Sicht.
Fronten festgefahren
Die Stimmung im bis auf den letzten Platz gefüllten Goiserer Vereinsaal war am Kochen. Die Fronten zwischen Vogelfängern und Tierschützern festgefahren.

Tierquälerei  - ja oder nein?
An dieser Frage scheiden sich die Geister. Der jahrhundertealten Tradition des Singvogelfangs kann Harald Hofner vom Dachverband der oberösterreichischen Tierschutzorganisationen jedenfalls nur wenig abgewinnen:

"Mein Hauptargument gegen den Vogelfang ist der Aspekt der Tierquälerei. Es dient weder Natur- oder Artenschutz, wenn die Vögel gefangen werden."
"Übernehmen Verantwortung"
Ludwig Wiener vom Verband der Vogelfreunde im Salzkammergut sieht das naturgemäß anders:

"Wir schauen auf unsere Vögel und übernehmen die Verantwortung für unsere Vögel. Genau wie das jeder andere Tierhalter für sein Tier tut.
Fanatismus und kriminelle Handlungen
Die Tierschützer werfen den Vogelfängern vor, sie würden die Vögel einsperren und sinnlos quälen. Die Vogelfänger - in Bad Goisern mit klarem Heimvorteil - werfen der gegnerischen Seite wiederum Fanatismus und kriminelle Handlungen vor.
Verschiedene Interpretationen
Das Bundestierschutzgesetzes, das seit Jänner in Kraft ist, wird in Bezug auf den Singvogelfang im Salzkammergut unterschiedlich interpretiert.
Ein Fall für das Gericht
Die rechtliche Situation bliebt in jedem Fall umstritten. Über die Auslegung des Tierschutzgesetzes und die Zukunft vom Singvogelfang und den traditionellen Vogelausstellungen im Salzkammergut werden wohl die Gerichte entscheiden.
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