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MI | 11.04.2012
Singvogel (Bild: APA)
Singvogelfang
Vogelfänger rechnen mit 500 Bewilligungen
Die oberösterreichischen Vogelfänger rechnen mit rund 500 Bewilligungen, die ihnen den Singvogelfang, der am 15. September beginnt, auch künftig ermöglichen sollen.
Wie der Obmann des "Verbandes der Vogelfreunde im Salzkammergut", Alfred Riezinger, auf Anfrage der Austria Presse Agentur erklärte, erwarte er die entsprechenden Schreiben von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften für Montag, oder Dienstag.

"Überraschende" Erkenntnisse Naturschutzreferent Erich Haider (SPÖ) hatte Anfang September bekannt gegeben, dass die Bewilligungen doch erteilt werden. Er erklärte damals, dass die Prüfung durch den Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich "überraschende" Erkenntnisse zur Tierschutz-Veranstaltungsverordnung des Bundes ergeben habe.

Es sei festgestellt worden, dass zwischen Bundestierschutzgesetz und der Bundesverordnung Widersprüche bestünden. Denn in der Verordnung werde die Ausstellung von bestimmten frei lebenden Vögeln erlaubt.
Bewilligungen "müssen" erteilt werden
Der Verfassungsdienst sei weiters u.a. zum Ergebnis gekommen, dass die naturschutzrechtlichen Bewillungen für den Singvogelfang weiterhin erteilt werden müssen. Dabei müssten aber auch bundesgesetzliche Bestimmungen tierschutzrechtlicher Art in gleicher Weise beachtet werden. In den Bewilligungen sollte darauf ausdrücklich hingewiesen werden.
Riezinger: "Teilerfolg für Vogelfänger"
Riezinger wertet dies als Teilerfolg, die Causa sei aber nicht ausgestanden. "Den Tierschützern geht es nicht um den Vogelfang, sondern darum, dass sie die vegane Welt ausrufen", sagte er. Der Verbandsobmann sieht nun die Politik am Zug und wünscht sich Gespräche sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.

Zunächst Absage für Ausnahmeregelung
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) hatte Ende Juli dieses Jahres Bestrebungen, für das traditionelle Zurschaustellen der wild gefangenen Tiere eine Ausnahmeregelung zu erlassen, eine Absage erteilt. Ein entsprechendes Begutachtungsverfahren habe mit überwiegender Ablehnung geendet, erklärte sie damals. Durch die mit 20. Dezember 2004 erlassene Ausstellungsverordnung zum Bundestierschutzgesetz sei die Ausstellung von Wildfängen in der Öffentlichkeit untersagt worden, betonte das Ministerium.

Gang zum VfGH angekündigt
Die Vogelfänger sahen keinen rechtlichen Grund von ihrem Brauchtum abzulassen und kündigten den Gang zum Verfassungsgerichtshof (VfGH) an. Haider hatte daraufhin eine Prüfung der Rechtslage durch den Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich in Auftrag gegeben.
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