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MI | 11.04.2012
Vogelfänger
BAD GOISERN
Großkundgebung der Vogelfänger
Die Vogelfänger im Salzkammergut haben am Sonntag in Bad Goisern im Bezirk Gmunden eine Großkundgebung gegen das Verbot, die gefangenen Vögel auszustellen, durchgeführt.
Über 70 Traditionsvereine, die rund 1.500 Teilnehmer entsendeten, Politiker von ÖVP und SPÖ sowie Sportler beteiligten sich daran.

"Solidaritätsfest für Brauchtum und Tradition"
An dem "Solidaritätsfest für Brauchtum und Tradition" auf dem Marktplatz von Bad Goisern nahmen unter anderem Abordnungen von Trachtenvereinen, der Armbrust-, der Prangerschützen, Bogensportler, des Kameradschaftsbundes, eines Bienenvereines und eines Hundesportsklubs teil.

Dazu Mountainbiker, Stockschützen, die Jägerschaft und sogar der örtliche Bienenverein. An dem Aufmarsch beteiligten sich weiters etliche Musikkapellen aus dem Salzkammergut.

Tosender Applaus für Vogelfänger
Zuletzt zogen etliche hundert Vogelfänger unter dem tosenden Applaus der Zuschauer ein. Viele hatten eine hölzerne "Kraxe" am Rücken mit einem Käfig, einige waren leer, in anderen befanden sich Vögel aus Plastik.
"426 Jahre alte Tradition im 10. Bundesland"
Auf den von den Kundgebungsteilnehmern mitgeführten Transparenten war unter anderem zu lesen: "Unser Brauchtum ist keine Spielwiese EUrer Politik", "426 Jahre alte Tradition im 10. Bundesland", "Brauchtum und Tradition ist Heimat", "Kein Eingriff ohne Zustimmung der Region".  An der Kundgebung nahmen zahlreiche Politiker aus der Region teil, an ihrer Spitze die Nationalratsabgeordneten Mathias Ellmauer (ÖVP) und Rainer Wimmer (SPÖ).
"Tradition nicht mit Füßen treten!"
Die Redner - unter ihnen der Obmann des "Verbandes der Vogelfreunde im Salzkammergut" Alfred Riezinger aus Ebensee - forderten, eine jahrhunderte alte Tradition im Salzkammergut dürfe nicht "mit Füßen" getreten werden. Verlangt werde Toleranz von jenen, die dem Vogelfang mit Hass, statt mit Sachverstand gegenüberstünden.

Kritik an Tierschützern
Besondere Kritik ernteten "radikale Tierschützer", die zwar die Merkmale einer "Sekte" aufweisen würden, denen die für den Tierschutz zuständige Gesundheitsministerin Ministerin Maria Rauch-Kallat aber "leider" Recht gegeben habe. Jede Rede endete mit dem Gruß "Schnabel heil".
Intensive Öffentlichkeitsarbeit
Seit dem Verbot, die gefangenen Vögel auszustellen, betreiben die in 35 Vereinen organisierten über 500 Vogelfänger intensive Öffentlichkeitsarbeit für ihre Leidenschaft. Sie bezeichnen sich auch als Vogelheger und stellen in Abrede, dass das Einfangen der Singvögel, das Halten in Volieren über den Winter und das Vorzeigen in Ausstellungen bis sie im Frühjahr wieder freigelassen werden, Tierquälerei sei.
Rauch-Kallat hatte Ende Juli nach einem Begutachtungsverfahren eine Ausnahmegenehmigung vom Bundestierschutzgesetz für das Ausstellen der Vögel abgelehnt. Damit wäre auch der Fang nicht gestattet. Ein Rechtsgutachten des Verfassungsdienstes des Landes Oberösterreich habe jedoch inzwischen laut Naturschutzreferent Landeshauptmann Erich Haider (SPÖ) ergeben, dass dennoch Fangbewilligungen ausgestellt werden könnten. Das war auf Kritik der Grünen in Oberösterreich und Tierschutzorganisationen gestoßen.
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