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MI | 11.04.2012
Ökumenische Sommerakademie (Bild: ORF)
CHRONIK
Abschlusstag der Sommerakademie 2011
Mit einem Ökumenischen Gottesdienst ging am Freitag im Stift Kremsmünster die 13. Ökumenischen Sommerakademie zu Ende. Drei Tage referierten Experten zum Thema "Auch Gott ist ein Fremder. Fremdsein - Toleranz - Solidarität".
Eröffnungsreferat von Hans-Joachim Höhn
Am Freitag ging es bei der Ökumenischen Sommerakademie um die kirchliche und gesellschaftliche Praxis im Umgang mit dem Fremden.

Hans-Joachim Höhn, Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie am Institut für Katholische Theologie der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, hielt das Eröffnungsreferat.

Diskussion mit hochkarätiger Besetzung
Um 10.30 Uhr begann dann die Podiumsdiskussion, an der Manfred Scheuer, Diözesanbischof der Diözese Innsbruck, Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich und Drago Vujic, Erzpriester der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Wien teilnahmen. Titel der Podiumsdiskussion: "Reflexionen aus der kirchlichen und gesellschaftlichen Praxis".

Mit einem Ökumenischen Gottesdienst um 12.30 Uhr wurde die 13. Ökumenische Sommerakademie wieder traditionsgemäß abgeschlossen.
Kulturjournal spezial
Podiumsdiskussion Ökumenische Sommerakademie (Bild: ORF/Schober)
Radio Oberösterreich berichtet in einem Kulturjournal spezial ab 18.15 Uhr.
Rückblick Tag 2
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Die Trennung von Staat und Kirche ermögliche eine freie Religionsausübung, so Heine.
Podiumsdiskussion am Donnerstag
Nach fünf Vorträgen fand am Donnerstagabend eine erste Podiumsdiskussion statt. Fanatisch seien wenn, dann nicht die Religionen sondern die Menschen, stellte die Professorin für Praktische Theologie und Religionspsychologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Susanne Heine, im Verlauf der Diskussion fest.
Wir sind religionsneutral
Die Trennung von Staat und Kirche ermögliche eine freie Religionsausübung, betonte die Theologie Susanne Heine: "Die Anhänger aller Religionsgemeinschaften oder die Religionsgemeinschaften selbst können sich politisch zu Wort melden. Sowohl auf christlicher als auch auf muslimischer Seite gibt es ein Missverständnis, das lautet: Ein säkularer Staat, in dem Staat und Kirche getrennt sind, ist religionsfeindlich. Atheisten und Agnostiker legen das auch so aus. Die Muslime legen das auch so aus und sagen: In diesem säkularen Staat zu leben ist so schwierig, weil der ist religionsfeindlich. Deshalb betone ich immer wieder: Wir sind religionsneutral und nicht religionsfeindlich."
215 Millionen internationale Immigranten
Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Immigration und der Vereinten Nationen gab es 2010 weltweit 215 Millionen internationale Immigranten. Sie leben mehr als ein Jahr in einem Land, in dem sie keine Staatsangehörigkeit haben. Doris Peschke, die Generalsekretärin der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa mit Sitz in Brüssel:

"Ich würde behaupten, dass es in allen Staaten sowohl gelingende als auch misslingende Integrationsprozesse gibt. Positiv zu vermerken ist, dass inzwischen anerkannt wird, dass Integration ein gegenseitiger Prozess zwischen Alteingesessenen und Neuankömmlingen ist."

Statistik führt in die Irre
Die Statistik führe manchmal, so Peschke, in die Irre. Es lohne sich, die Zahlen genauer anzuschauen. Manchmal würde zusätzlich noch künstlich ein Krisenszenario geschaffen, das es in Wirklichkeit gar nicht in der behaupteten Dramatik gäbe. Das sei in Italien am Beispiel von Lampedusa zu beobachten gewesen.
Solidarität nicht immer Solidarität
Nicht immer ist Solidarität jedenfalls Solidarität, darauf wies der Innsbrucker Professor für Gesellschaftslehre und systematische Theologie, Wolfgang Palaver in seinem Vortrag hin. Der Mensch kann zwar von seiner Anlagen her von seinen eigenen Interessen abrücken, das habe allerdings zweierlei zur Folge.

Erstens: eine verstärkte Identifikation mit einer geschlossenen Gruppe und zweitens die Abschottung gegenüber anderen. Kurz: Solidarität lasse sich am einfachsten gegen gemeinsame Feinde herstellen.
Die Veranstalter der Sommerakademie
Die Ökumenische Sommerakademie wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich, von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, vom Evangelischen Bildungswerk Oberösterreich, von der KirchenZeitung der Diözese Linz, vom ORF Oberösterreich und den Religionsabteilungen des ORF in Fernsehen und Hörfunk, vom Stift Kremsmünster und vom Land Oberösterreich veranstaltet.
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