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MI | 11.04.2012
Motorrad (Bild: APA/dpa/Gero Breloer)
CHRONIK
Motorradfahrer mit 300 km/h auf der A1
Mit 300 km/h ist ein Motorradfahrer aus Salzburg am Mittwoch über die Westautobahn (A1) bei Sattledt gerast. Der 30-Jährige, der seine Freundin auf dem Sozius dabeihatte, konnte von der Polizei gestoppt werden.
Der Salzburger rechtfertigte sich damit, dass er und seine Freundin einen dringenden Termin in Linz gehabt hätten.
Ausgeliehenes 180-PS-Motorrad
Der Angestellte aus Salzburg hatte sich die 180 PS starke Yamaha YZF-R1 nur ausgeliehen. Auf dem Weg nach Linz wollte er das Motorrad ausgiebig ausprobieren. Auf dem Sozius war seine 23-jährige Freundin dabei.

Von Zivilstreife aufgehalten
Zwischen Sattledt und Allhaming beschleunigte der Salzburger die Maschine auf bis zu 300 km/h und geriet prompt an eine Zivilstreife, deren Motorrad bestens für die Verfolgung von Rasern geeignet ist. Laut Klaus Scherleitner von der Polizei verlangsamte der Raser aus Salzburg sofort seine Fahrt, nachdem er die Zivilstreife bemerkt hatte.

Dringender Termin in Linz?
Der Motorradlenker rechtfertigte sich damit, dass er und seine Freundin einen dringenden Termin in Linz gehabt hätten. Dass die Polizei inzwischen über ebenbürtige Maschinen verfügt, um Raser zu stoppen, damit dürfte der Salzburger nicht gerechnet haben.

Polizei: Trauriger Rekord
Der 30-Jährige habe mit 300 km/h aber einen traurigen Rekord aufgestellt, sagte Scherleitner. Auf diesem dreispurigen Bereich der A1 seien aber auch die Voraussetzungen „optimal für solche Exzesse“.
Fahrtechnikexperte: Purer Wahnsinn
Für Fahrtechnikexperten wie Harald Minarik vom ÖAMTC ist die Fahrt des Salzburgers "purer Wahnsinn" und für alle Beteiligten lebensgefährlich, insbesondere aber für die junge Frau: "Es genügt eine kleine Bodenwelle und ein Schlenker des Motorrads. Wenn die Beifahrerein aus dem Windschatten des Vordermannes kommt, wird sie durch die Luft gewirbelt wie ein Herbstblatt, das vom Baum gerissen wird."

Keine Überlebenschance
Überlebenschance hätte die 23-Jährige in so einem Fall keine gehabt.

Motorrad kaum zu kontrollieren
Auch wenn der Motorradfahrer alleine unterwegs gewesen wäre - 300 km/h seien eine Geschwindigkeit, die abseits geschützter Rennstrecken kaum zu kontrollieren sei.

Minarik sagt im Gespräch mit dem ORF Oberösterreich, dass die Autobahn bei dieser Geschwindigkeit zu einem schmalen Streifen werde: „Wenn ich an einem Lkw vorbeifahre, genügt ein Windhauch, dass ich vom Motorrad gerissen werde."

Halber Kilometer Bremsweg
Nur bei allerbesten Sichtverhältnissen ist ein vorausschauendes Fahren mit 300 km/h ansatzweise möglich, meint der ÖAMTC-Experte. Allein der Bremsweg - ohne Reaktionszeit - ist auf trockener Fahrbahn länger als einen halben Kilometer.

Wer bei einem solchen Tempo hundert Meter vor sich ein Hindernis erkennt und sofort bremst, prallt mit derselben Wucht dagegen wie bei einem Sturz aus 340 Meter Höhe.
Führerschein weg
Der Salzburger musste seinen Führerschein an Ort und Stelle abgeben. Er muss mit einer saftigen Geldstrafe und mehreren Monaten Führerscheinentzug rechnen.
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