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MI | 11.04.2012
Hallstatt (Bild: APA/Tourismusverband Hallstatt/Jae)
CHRONIK
Chinesen bauen Hallstatt - inklusive See
Der Weltkulturerbeort Hallstatt soll in der chinesischen Provinz Guangdong für ein Wohnprojekt eins zu eins nachgebaut werden - inklusive See. "Das kann man nicht machen", so ein erboster Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ).
Chinesische Architekten immer wieder für längere Zeit in der Gemeinde zu Besuch
"Man kann das doch nicht machen, ohne die Behörden oder die Eigentümer der Häuser zu fragen", wird Scheutz (SPÖ) in einem Bericht der "Presse" vom Mittwoch zitiert. Er hat sich an Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) und die Behörde gewandt, die das Weltkulturerbe verwaltet.

Genauere Dokumentation als im Museum
Monika Wenger, Chefin des Hotels Grüner Baum, hat die Pläne für das Großprojekt zu Gesicht bekommen: "Das sind Zeichnungen von verschiedensten Balkonbrettern, von Dachgiebeln, Fensterläden, bis hin zu Denkmälern, Pflasterung von Straßen und Plätzen, einfach alles. Diese Dokumentation ist genauer, als das, was ich bis dato im Museum gesehen habe."

Wie sich herausstellte, waren vermutlich schon seit Jahren chinesische Architekten immer wieder für längere Zeit in der Gemeinde zu Besuch. Hallstatt ist in Asien und speziell in China sehr populär, jedes Jahr kommen Tausende Touristen in die Ortschaft.
Abordnung aus China über "Kooperation" im Juli
Seitenverkehrte Hallstatt-Kopie
Die Beliebtheit und Bekanntheit soll für ein Wohnprojekt in der aufstrebenden, reichen Provinz Guangdong in der Nähe der Stadt Huizhou genutzt werden. Nachgebaut wird die evangelische Kirche, das Hotel Grüner Baum, der Marktplatz mit seinen umgebenden Häusern, die Dreifaltigkeitssäule, der Badergraben und sogar der Hallstätter See - dieser allerdings nicht maßstabsgetreu.

Die seitenverkehrte Hallstatt-Kopie soll Geschäfte, Restaurants und Freizeitbetriebe beherbergen, rundum entstehen Ein- und Mehrfamilienhäuser in luxuriösem Stil. Über den Stand des Projekts gibt es unterschiedliche Angaben, laut einigen Aussagen soll der Baubeginn noch heuer erfolgen.

"Ziemlich erschreckend"
Scheutz findet die Kopie "schon ziemlich erschreckend". Er sei heuer im Mai von dem chinesischen Unternehmen mit dem Hinweis kontaktiert worden, dass man in Guangdong "ein paar Häuser im Stil von Hallstatt errichten" wolle. Dass das eine detailgetreue Kopie werden soll, habe er erst durch Monika Wenger erfahren, so der Bürgermeister.

"Wir werden nicht zulassen, dass die unseren Ort einfach nachbauen." Für Juli hat sich eine Abordnung aus China angesagt, die über eine "Kooperation" reden möchte, wie es bei der Vereinbarung des Treffens hieß. Von einem identen Nachbau Hallstatts war damals keine Rede. Scheutz: "Wir werden sehen, was dabei herauskommt."
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