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MI | 11.04.2012
Gehaltszettel (Bild: Fotolia/Tobif82)
LANDWIRTSCHAFT
Einkommen: Situation für Bauern angespannt
Die Einkommens-Entwicklung für Oberösterreichs Landwirte bleibt angespannt. Zwar haben sich die Erzeugerpreise bei Milch, Getreide und Holz im Vorjahr gut entwickelt. Aber die Situation am Schweinemarkt stelle ein großes Problem dar.
"Lohndumping-Bereich in Deutschland."
Das geht aus dem grünen Bericht 2010 hervor.

16.000 Euro Durchschnittseinkommen
Nicht ganz 16.000 Euro betrug 2009 das durchschnittliche Einkommen in der Landwirtschaft. Nach dem Krisenjahr 2009 hat sich die Situation im Vorjahr zwar leicht entspannt. Manche Bereiche in der Landwirtschaft sind aber weiter unter Druck.

Bei Milch, Getreide und Holz konnten die Bauern im Vorjahr zwar eine erfreuliche Entwicklung bei den Erzeugerpreisen verzeichnen. Anders sei aber die Entwicklung am Schweinemarkt, sagt Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (ÖVP).

"Wir sehen derzeit einen Lohndumping-Bereich in Deutschland. Vor allem in den Schlachthöfen brauchen sie dort keine Mindestlöhne zu bezahlen. Das setzt natürlich die Verarbeiter in Oberösterreich unter Druck. Der Handel tut das seinige dazu. Er ist nicht bereit, für höhere Qualität oder Regionalität wirklich besser zu bezahlen. Dieser Druck wird an die Verarbeiter weitergegeben, die diesen Druck an die Landwirtschaft weitergeben", so Hiegelsberger.
"Diskussionen um ein Käfigverbot für Schweine sind unrealistisch."
"Problem Tierschutz"
Auch der Tierschutz sei ein Problem, sagt der Agrarlandesrat. Die Diskussionen um ein Käfigverbot für Schweine seien unrealistisch: "Wir bewegen uns derzeit deutlich vom europäischen Umfeld weg. Wenn dies bei uns wirklich gewollt sein sollte, dann haben wir dieselbe Situation bei den Eiern. Das heißt, wir haben zwar die beste Haltungsformen, aber keine Produktion mehr, weil es eigentlich von den Preisen her nicht mehr möglich ist", sagt Hiegelsberger.

Im Übrigen hofft er, dass die Atomkatastrophe in Japan und die EHEC-Darmseuche die Qualität der heimischen Produkte wieder sichtbarer macht und die Konsumenten dafür auch mehr Geld ausgeben.
"Nicht nur Erzeugerpreise gestiegen"
Für die IG Fleisch geht die Rechnung nicht ganz auf. Denn es seien nicht nur die Erzeugerpreise gestiegen - das gelte auch für die Energie-, Treibstoff- und Tierarztkosten. Überdies liege auch in den heimischen Schlachthöfen der Anteil ausländischer Arbeitskräfte bereits bei 90 Prozent.

Beim Unabhängigen Bauernverband sieht man die Situation ebenfalls kritisch. Getreide und Fleisch müssten die Bauern weit unter den Produktionskosten abgeben. Verbesserungsvorschläge des Unabhängigen Bauernverbandes würden aber regelmäßig von der Bauernbund-Mehrheit niedergestimmt, kritisiert Stefan Wurm vom Unabhängigen Bauernverband.
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