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MI | 11.04.2012
Singvogelfang
"Bekenntnis zu Natur und Brauchtum"
Manifest für Singvogelfang unterzeichnet
Manifest zur "Bekenntnis zu Natur und Brauchtum" haben am Samstag mehrere Politiker des inneren Salzkammerguts unterzeichnet. Ziel sei es, das Brauchtum des Singvogelfangs und des Zurschaustellen der Vögel im inneren Salzkammergut weiter zu erlauben.
"Brauchtum ist gewachsene Identität"
Man müsse die Natur für die Nachkommen bewahren, erklärte der Landtagsabgeordnete und SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhard Winterauer auf Anfrage der APA. Brauchtum sei gewachsene Identität und könne nicht von "irgendwelchen Gesetzen" beeinflusst werden. Der Singvogelfang sei eine länderübergreifende Identität des inneren Salzkammerguts. Das Ausstellungsverbot habe Politiker in der Region über die Parteigrenzen hinweg enger zusammenrücken lassen.

Zu "zivilem Ungehorsam" bereit
"Wir sehen uns im Recht", betonte Winterauer, falls es "notwendig sei", sei man aber auch zu "zivilem Ungehorsam" bereit. Man vertraue jedoch darauf, dass die Politiker noch bis zum Beginn der Vogelfangsaison eine Entscheidung für den Vogelfang treffen werden.
Absage für Ausnahmeregelung
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) hatte Ende Juli Bestrebungen, für das traditionelle Zurschaustellen der wild gefangenen Tiere eine Ausnahmeregelung zu erlassen, eine Absage erteilt. Ein entsprechendes Begutachtungsverfahren habe mit überwiegender Ablehnung geendet, erklärte sie damals.
Fang erlaubt, Ausstellung verboten
Durch die mit 20. Dezember 2004 erlassene Ausstellungsverordnung zum Bundestierschutzgesetz sei die Ausstellung von Wildfängen in der Öffentlichkeit untersagt worden, betonte das Ministerium.

Anfang dieses Jahres sei das Land Oberösterreich mit dem Ersuchen um die weitere Zulassung der öffentlichen Ausstellung von Singvögeln an das Ressort, in dessen Agenden auch der Tierschutz fällt, herangetreten, um das Zurschaustellen in einigen Bezirken Oberösterreichs weiterhin zu ermöglichen.
Haider kündigte Prüfung an
Naturschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (SPÖ) erklärte nach einer Sitzung der Oö. Landesregierung Donnerstagnachmittag, die unterschiedlichen Rechtsmeinungen zum Thema Vogelfang noch einmal prüfen zu wollen.
Haider erläuterte, die Rechtsmeinung der Naturschutzabteilung, dass nun nach dem Bundestierschutzgesetz auch das Fangen der Vögel nicht mehr erlaubt sei und die gegenteilige Rechtsmeinung des "Verbandes der Vogelfreunde im Salzkammergut" werde noch einmal dem Verfassungsdienst zur Prüfung übergeben. Bis zum Vorliegen eines Ergebnisses würden aber keine Fang-Bewilligungen erteilt.
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