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MI | 11.04.2012
Borkenkäfer im Größenvergleich mit Zündholz (Bild: APA)
UMWELT
Kampf dem Borkenkäfer im Böhmerwald
In den letzten Jahren hatte vor allem die Borkenkäferproblematik im südböhmischen Nationalpark Sumava für Verstimmung zwischen Oberösterreich und Südböhmen gesorgt. Jetzt soll der Nationalpark völlig neu ausgerichtet werden.
Der Borkenkäfer hat die letzten, rund 400 Jahre alten Fichten im Gebiet des Moldauursprungs vernichtet.
Neue Töne vom Nationalparkdirektor
Die bisherige Strategie der Parkleitung war, den Nationalpark weitgehend ohne menschliche Eingriffe zu belassen. Jetzt aber hört man im Sumava ganz andere Töne. Mit Jan Strasky gibt es einen neuen Nationalparkdirektor, der einen stark polarisierenden Leitsatz ausgegeben hat: Der Nationapark sei groß genug für alle Interessen, den Naturschutz, die Wirtschaft und den Tourismus.

Schutzzonen gegen Borkenkäfer
So etwas hört man gerne in den Gemeinden rund um den Sumava und natürlich im angrenzenden Mühlviertel. Besonders im Bezirk Rohrbach richtete der im Nationalpark rasant überhand nehmende Borkenkäfer in den letzten Jahren enorme Schäden an.

Eine Zone von 200 Metern an der Grenze, in der Käferbäume seit kurzem rigoros herausgeschnitten werden, war erst der Anfang. Der neue Parkdirektor Strasky setzt nach und kündigt Schutzzonen bis zu einem Kilometer an.
Petition mit tausenden Unterschriften
In der Forstverwaltung des Stiftes Schlägl freut man sich über diese Signale aus Südböhmen und auch die Gemeinden rund um den Sumava haben sich jetzt zusammengeschlossen. Deren Sprecher, der Bürgermeister von Horni Plana / Oberplan Jiri Hulka, wird am Mittwoch eine große Petition mit tausenden Unterschriften an die Regierung in Prag übergeben.

Reste des Böhmerwaldurwaldes zerstört
Hulka sagte im Interview mit dem ORF Oberösterreich: „Wir haben über 13.000 Unterschriften gesammelt und appellieren an Regierung und Parlament, die größte Waldfläche Mitteleuropas nicht dem Borkenkäfer zu überlassen. Die letzten Reste des Böhmerwaldurwaldes sind inzwischen zerstört. Wir dürfen den Wald nicht dem Käfer überlassen oder den Experimenten einer kleinen Gruppe von Wissenschaftern.“

Grenzüberschreitender Arbeitskreis
Konkret wollen die Unterzeichner eine rasche Initiative für den Böhmerwald, gegen den Borkenkäfer, der insgesamt bereits rund eine Million Bäume in Südböhmen sowie im angrenzen Mühlviertel und Bayern zerstört hat. Ein grenzüberschreitender Arbeitskreis aus Forschern, Gemeinden, Behörden und Umweltgruppen - das ist es, was die Gemeinden verlangen. Und eine ehrliche Information, wie es um den Böhmerwald wirklich steht.

Inzwischen, so berichtet Bürgermeister Jiri Hulka, habe der Borkenkäfer bereits die letzten, rund 400 Jahre alten Fichten im Gebiet des Moldauursprungs vernichtet.
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