Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Singvogelfang
"ZÄHNEKNIRSCHEND"
Singvogelfang soll in OÖ verboten werden
Das Fangen von Singvögeln soll in OÖ künftig nicht mehr erlaubt sein. Er könne nicht gegen das Tierschutzgesetz entscheiden, wird Naturschutzreferent Erich Haider (SPÖ) in den "Salzburger Nachrichten" zitiert: "Wir werden es  - wenn auch zähneknirschend - einhalten."
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) hatte Ende Juli bekannt gegeben, dass das Verbot des Ausstellens der Tiere aufrecht bleibt. Es folgte ein lautstarker Protest der Vogelfänger.

Haider hatte bereits damals erklärt, wenn das Ausstellen der Vögel verboten werde, gebe es auch keine Grundlage für eine Erlaubnis zum Vogelfang.

Keine Genehmigungen für Vogelfang
"Ich werde nun die Bezirkshauptmannschaften anweisen, keine Genehmigungen mehr für den Vogelfang auszustellen", wird der Landeshauptmann-Stellvertreter in dem Zeitungsbericht zitiert. Das Bundestierschutzgesetz verbiete, Vögel in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken. So gesehen sei nicht nur das Ausstellen nicht erlaubt, sondern auch der Fang und die Haltung, erklärte Haider.
Ankündigung überraschend
Für die betroffenen Vogelfänger kommt die Ankündigung des Politikers "sehr überraschend". Es sei eine "nette Art", derartige Entscheidungen über die Medien zu verkünden, erklärte Alfred Riezinger, Obmann des Verbandes der Vogelfreunde im Salzkammergut, im Gespräch mit der Austria Presse Agentur: "Das sehe ich als momentanes Sommergewitter." Er betonte aber gleichzeitig, dass man "sicher nicht den Kopf in den Sand stecken" werde, und kündigte erneut an, dass der Verband den Verfassungsgerichtshof (VfGH) mit dem Thema befassen werde.
"Bekenntnis zu Natur und Brauchtum"
Die gemeinsame Erklärung, in der sich mehrere oberösterreichische Nationalräte, Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Gemeinden im Salzkammergut diese Woche gegen ein Verbot des Ausstellens von Singvögeln ausgesprochen hätten, stimmt Riezinger zuversichtlich. Sie sei ein Zeichen dafür, dass sich ÖVP und SPÖ in dieser Frage einig seien.

Für kommenden Samstag kündigte Landtagsabgeordneter und SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhard Winterauer ein Treffen von mehreren Politikern, die mit ihm die Erklärung unterschrieben haben, am Sarstein - im oberösterreichisch-steirischen Grenzgebiet - an. Dabei werde man erneut ein "Bekenntnis zu Natur und Brauchtum" im Salzkammergut ablegen.
"Rechtsauslegung"
Zu der Ankündigung seines Parteikollegen Haider erklärte Winterauer, dass es sich dabei offenbar um eine "Rechtsauslegung" handle.
Ministerin Rauch-Kallat hatte Ende Juli Bestrebungen, für das traditionelle Zurschaustellen der wild gefangenen Tiere in Oberösterreich eine Ausnahmeregelung zu erlassen, eine Absage erteilt. Ein entsprechendes Begutachtungsverfahren habe mit überwiegender Ablehnung geendet, erklärte sie damals.
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