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MI | 11.04.2012
Sintstraße (Bild: ORF)
KULTUR
Streit mit Denkmalamt über Linzer Sintstraße
Seit über einem Jahrzehnt ist die Wohnanlage Sintstraße im Linzer Hafen ein Dauerthema. Die Stadt will die völlig heruntergekommenen Wohnhäuser abreißen und neue errichten. Das Denkmalamt sagt kategorisch "Nein": Eine Sackgasse.
Schimmel an den feuchten Wänden, die Sanitäranlagen unbenutzbar. Zeitgemäßes Wohnen im 21. Jahrhundert sieht anders aus. Neun der insgesamt 18 denkmalgeschützten Häuser sind bereits leer.

1.880 Euro pro Quadratmeter für Sanierung
Geheizt wird mit Öl, Holz oder Gas. Denn das Einleiten der Fernwärme würde - laut Feuerwehr - die Holzwände in Brand stecken. Sanieren: Für die Stadt Linz eine unlösbare Aufgabe.

"Wir würden, wenn wir diese Häuser auf heutigen Standard sanieren, Mietkosten hier haben, die doppelt so hoch sind wie im Neubau. Das heißt, es würde kaum jemand geben, der sich das leisten kann - und vermutlich auch leisten will", sagt Vizebürgermeister Klaus Luger (SPÖ), Vorstandsvorsitzender der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG.

1.880 Euro pro Quadratmeter würde laut Expertenschätzung eine Sanierung kosten.

Denkmalamt will elf Gebäude erhalten
Das Denkmalamt wolle dennoch mindestens elf Gebäude erhalten, meint Ulrike Knall-Brskovsky, Landeskonservatorin für Oberösterreich: "Sicher werden wir etwas zuschießen, nur wird das dann nicht der Beitrag sein, der diese Siedlung erhält. Das liegt an unserem Budget."

Hauptkosten trägt die Stadt Linz
Heißt also: Die Hauptkosten im Fall einer Sanierung trägt der Eigentümer und damit die Stadt Linz. Abreißen oder sanieren. Eine Entscheidung über die Sintstraße sollte rasch getroffen werden. Denn sonst könnte es sein, dass mitten in Linz eine denkmalgeschützte Geisterstadt entsteht.
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