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MI | 11.04.2012
Warscheneck (Bild: Friedhuber)
UMWELT
Protest gegen Warscheneck-Skischaukel
Alpinvereine und Naturschutzorganisationen haben am Donnerstag gegen die Pläne einer Skischaukel zwischen dem Skigebiet Hinterstoder und der Wurzeralm mobil gemacht. Es handle sich dabei um ein naturzerstörendes Projekt.
Dieses stelle eine Gefahr für die Artenvielfalt dar - und vor allem: es sei wirtschaftlich unsinnig. Den Beteuerungen der Seilbahngesellschaft, dass das Projekt derzeit vom Tisch sei, trauen die Naturschützer nicht.

Zehn Pistenkilometer
Seit dem Jahr 2008 stehen Teile des Warscheneck-Gebirgsstocks unter Naturschutz. Will man die Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm verbinden, müssten die Lifte und Pisten über dieses Gebiet verlaufen.

Demnach würden rund zehn Pistenkilometer geschaffen, vom Frauenkar auf der Wurzeralm zunächst auf das Warscheneck, von dort weiter über die Zellerhütte nach Vorderstoder und schließlich nach Hinterstoder.

Vom Lift- und Pistenbau wären einzigartige Karstgebiete betroffen, kritisiert der Naturschutzbund. Die Vogelschutzorganisation Birdlife warnt davor, eines der besten Brutgebiete in Oberösterreich zu zerstören.
Warscheneck (Bild: Friedhuber)
"Wirklichkeitsfremde Annahmen"
Laut dem Unternehmensberater Helmut Preslmaier von den oberösterreichischen Naturfreunden rechne sich die Erweiterung, die 75 Millionen Euro kosten soll, keinesfalls: "Die Prognosen über die touristischen Entwicklungen sind wirklich wirklichkeitsfremde Annahmen."

Die prognostizierten Gästezuwächse seien überzogen und unrealistisch, so Preslmaier. Schon im letzten Geschäftsjahr hätten die Bergbahnen von Mehrheitseigentümer Peter Schröcksnadel nur dank Landeszuschüssen einen Gewinn erwirtschaftet, sagte Preslmaier.
"Größere Variante"
Dass laut Bergbahnen die Vorgespräche zu dem Projekt ohnehin abgebrochen wurden, beruhigt die Gegner nicht. Herbert Jungwirth vom oberösterreichischen Alpenverein: "Im Hintergrund, davon gehen wir aus, wird an einer größeren Variante oder auch an anderen Varianten gearbeitet."

Die Alpinvereine und Naturschutzorganisationen wollen jedenfalls nicht locker lassen. In zwei Tagen werden sie ihr Anliegen dem Bundespräsidenten vortragen.
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