Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Arigona Zogaj (Bild: picturenews.at/petschenig)
CHRONIK
Familie Zogaj in Österreich gelandet
Die im Sommer in das Kosovo ausgereiste Familie Zogaj ist am Mittwoch um 14.00 Uhr auf dem Flughafen Wien-Schwechat gelandet. Mutter Nurie Zogaj und ihre Kinder Albin, Albona und Arigona wollen jetzt "in Ruhe gelassen werden".
Die Familie kommt vorübergehend bei Freunden unter.
Kein Medienkontakt erwünscht
Die Familie wünsche keinen Medienkontakt, betonte der Sprecher der Volkshilfe Oberösterreich, Walter Deil: "Sie bittet ausdrücklich darum, in Ruhe gelassen zu werden." Die Zogajs würden vorübergehend bei Freunden unterkommen - wo, wollte der Sprecher nicht sagen.

Pressekonferenz am Donnerstag
Er kündigte für Donnerstag eine Pressekonferenz in Linz an. Details des Termins nannte er vorerst nicht. Ob Mitglieder der Familie Zogaj daran teilnehmen werden, stehe noch nicht fest, so Deil.
Ende September 2007 wurde die Familie abgeschoben.
In Frankenburg integriert
Die Zogajs hatten sich während des Jahre dauernden Asylverfahrens in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) integriert. Ende September 2007 wurde die Familie abgeschoben - mit Ausnahme von Arigona, die vorübergehend untertauchte, und ihrer Mutter.

Aufenthalt befristet erlaubt
Nach ihrem Wiederauftauchen war dem damals 15-jährigen Mädchen, Mutter Nurie Zogaj und den zwei später wieder nach Österreich zurückgekommenen minderjährigen Geschwistern der Aufenthalt bis zum heurigen Schulschluss gestattet worden.

Freiwillige Ausreise am 15. Juli
Um einer Abschiebung zu entgehen, reiste die Familie am 15. Juli freiwillig aus. Sie flog nach einem Versteckspiel mit den Medien von Salzburg über Wien nach Pristina in das Kosovo. Von dort aus beantragten die Zogajs Visa.

Schülervisa und Arbeitsplatz
Anfang der Woche wurden diese von der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck genehmigt. Die Mutter darf vorerst auf sechs Monate befristet wieder an ihrem angestammten Platz in einem Geflügelzuchtbetrieb arbeiten. Die Kinder erhalten Schülervisa.
Alfons Haider ist Bürge
Als Bürgen fungieren Alfons Haider, Pfarrer Josef Friedl und eine weitere Person, die öffentlich nicht genannt werden will. Freunde und Schulkollegen freuen sich laut Medienberichten schon sehr auf die Rückkehr von Arigona.

Zum Vater, von dem Nurie Zogaj nun geschieden ist, habe das Mädchen im Kosovo Kontakt gehabt. Das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander habe sich entspannt. Devat Zogaj und die älteren Brüder Alfred (19) und Alban (20) hätten nicht vor, nach Österreich zurückzukehren, hieß es.
Die grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun begrüßte die Zogajs dagegen freudig: "Herzlich willkommen daheim."
Kritik von FPÖ und BZÖ
Kritik kam umgehend von FPÖ und BZÖ. Der freiheitliche Parteiobmann erklärte, die Rückkehr der Familie sei "wirklich kein Grund zur Freude". Die Zogajs seien "freche Asylbetrüger", die dem österreichischen Staat "jahrelang auf der Nase herumgetanzt" seien und nun würden sie "mit der Ausstellung von Visa belohnt".

Der Fall Zogaj habe deutlich das Versagen der österreichischen Asylpolitik aufgezeigt, so Strache. BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner meinte per Aussendung, mit der Rückkehr legalisiere Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) den "Asylbetrug in Österreich".
Ganz Österreich
Oberösterreich News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News