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MI | 11.04.2012
Arigona Zogaj (Bild: APA/Manfred Fesl)
CHRONIK
Familie Zogaj bekam Visa für Rückkehr
Die Familie Zogaj hat alle Voraussetzungen für eine legale Rückkehr erfüllt und darf nach Österreich zurückkehren. Mutter Nurie Zogaj will mit ihren drei Kindern Albin (11), Albona (10) und Arigona (18) demnächst die Rückreise antreten.
Die Familie Zogaj beschäftigt die Öffentlichkeit seit September 2007, als Arigona Zogaj für zwei Wochen untertauchte, um der Abschiebung zu entgehen.
Visumsanträge am Montag positiv beurteilt
Die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck habe alle gewünschten und vorgelegten Papiere sorgfältig geprüft und die Visumsanträge am Montag positiv beurteilt, so Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich, der die Familie zuletzt betreut hatte.

Rasche Rückkehr geplant
Wann und auf welchem Weg die Rückreise erfolgen wird, steht laut Volkshilfe noch nicht fest. "Die Familie wollte zuerst den positiven Bescheid in Händen halten, bevor sie konkrete Überlegungen zur Heimreise anstellt", so Schörkhuber. Allerdings möchten die vier rasch wieder nach Österreich kommen, nicht zuletzt, damit die Kinder hier wieder die Schule besuchen können "und mit dem Lernen nachkommen".

Fixer Arbeitsplatz für Mutter Zogaj
Die Zogajs sind glücklich und erleichtert: "Die letzten Monate waren ein Bangen und Zittern, ob wir je wieder in unsere neue Heimat zurückdürfen." Umso größer sei die Freude, dass die Visumsanträge positiv erledigt worden seien. Nurie Zogaj werde "ab dem ersten Tag an ihrem angestammten Platz in einem Geflügelzuchtbetrieb die Arbeit wieder aufnehmen", so die Volkshilfe. Die Zusage auf einen fixen Arbeitsplatz sei eine der Voraussetzungen für die legale Rückkehr nach Österreich gewesen.

Ackerl: Langfristige Lösung gesucht
Auch der zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (SPÖ) bestätigte, dass die Bezirkshauptmannschaft die entsprechenden Bewilligungen erteilt hat. Man habe die Abschiebung der Zogajs nie gutgeheißen, betonte sein Büro auf Anfrage der APA. Es machte erneut darauf aufmerksam, dass auch zahlreiche andere Familien in Oberösterreich davon bedroht seien. Für die Zogajs müsse nun eine langfristige Lösung gefunden werden, die ihnen ein Leben in Österreich ermögliche.

Abschiebung Ende September 2007
Die Familie Zogaj hatte sich während des Jahre dauernden Asylverfahrens im oberösterreichischen Frankenburg integriert. Ende September 2007 wurde die Familie abgeschoben - mit Ausnahme von Arigona Zogaj, die vorübergehend untertauchte, und ihrer Mutter.

Aufenthalt bis zum Schulschluss
Nach ihrem Wiederauftauchen war der damals 15-jährigen Arigona, ihrer Mutter und den zwei später nach Österreich zurückgekommenen minderjährigen Geschwistern der Aufenthalt bis zum heurigen Schulschluss gestattet worden. Am 15. Juli reiste die Familie aus Österreich aus, um der Abschiebung zu entgehen.
FPÖ: "Scheitern der Einwanderungspolitik"
Für den Landesparteiobmann der FPÖ Oberösterreich, Manfred Haimbuchner, "untermauert die Ausstellung der Visa für die Familie Zogaj das Scheitern der Einwanderungspolitik von ÖVP und SPÖ".

Die Zogajs seien dem heimischen Rechtsstaat jahrelang als "Wirtschaftflüchtlinge" und "Scheinasylanten" auf der Nase herumgetanzt. "Nun werden sie auch noch mit der Ausstellung von Visa dafür belohnt", so der freiheitliche Landesrat in einer Aussendung.
Anschober: "Willkommen zu Hause!"
Der oberösterreichische Grüne Landesrat Rudi Anschober ist erfreut über die Rückkehr der Familie Zogaj nach Österreich. "Willkommen zu Hause! Endlich ist die lange Geschichte der Verunsicherung und Angst beendet", hieß es in einer Presseaussendung am Montag.
BZÖ: "Abgekartetes Spiel"
Kritik kam von BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner. Er beklagte in einer Aussendung eine "Wiedereinreise der Zogajs über die Hintertür". Ganz offensichtlich handle es sich hier um ein "abgekartetes Spiel".

Es sei bereits bei der Ausreise klar gewesen, dass die Zogajs schon bald wieder im Land seien: "Einmal mehr zeigt sich, dass das Asylrecht in Österreich völlige Willkür ermöglicht und sofort reformiert gehört."
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