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MI | 11.04.2012
Schlecker (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Mitarbeiterkontrollen bei Schlecker kritisiert
Die Gewerkschaft kritisiert die in einer neuen Betriebsvereinbarung festgelegten Kontrollmaßnahmen für Mitarbeiter der Drogeriehandelskette Schlecker. Auch Kleiderspinde und Unterlagen dürfen kontrolliert werden.
Schlecker für Stellungnahme nicht erreichbar.
Durchführung seit 1. November möglich
Die Kontrolle umfasst neben privaten Taschen und Kleiderspinden auch Tresore und deren Inhalte, Kassenbestände, Bestellbücher und Unterlagen. Sie kann seit 1. November bei allen Filialmitarbeitern in Österreich durchgeführt werden, nicht jedoch bei Mitarbeitern in der Zentrale und in Logistikzentren.

"Unfassbarer Generalverdacht"
"Mit einer solchen Vereinbarung werden alle Angestellten in den Verkaufsfilialen zunächst unter einen unfassbaren Generalverdacht bezüglich Diebstahl gestellt", kritisiert die Gewerkschaft. "Das Unternehmen hat die Grundprinzipien eines menschenwürdigen Umganges mit den Angestellten verlassen", so Karl Proyer, stv. Geschäftsführer der GPA-djp, am Mittwoch in einer Aussendung.

Rasche Entschärfung gefordert
Die Gewerkschaft fordert Geschäftsführung und Betriebsrat auf, die Vereinbarung "rasch zu entschärfen". Schlecker war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Kampf um faire Behandlung der Mitarbeiter.
Ständiger Clinch zwischen GPA und Schlecker
Die GPA befindet sich im Dauerclinch mit Schlecker und fordert schon lange, dass "anständige" Gehälter und der Mehrarbeitszuschlag bezahlt werden. Auch Überstunden sowie Vor- und Nacharbeitszeiten sollten laut Gewerkschaft „fair und pünktlich“ ausbezahlt werden.

Erst kürzlich hat die Gewerkschaft schwere Vorwürfe gegen Schlecker erhoben. Ein Umfrage unter den Beschäftigten ergab laut GPA, dass bei Schlecker der gesetzlich vorgesehene Teilzeitzuschlag nicht ausbezahlt wird.

Vereinbarung "klar rechtswidrig"
"Die bei Schlecker abgeschlossene Betriebsvereinbarung, die nur dazu dient, die Bezahlung des Teilzeitzuschlages zu umgehen, ist in unseren Augen klar rechtswidrig.

Darüber hinaus werden nicht einmal diese Vereinbarungen vom Unternehmen eingehalten sondern es wird bestehender Zeitausgleich missbräuchlich während des vereinbarten Urlaubs angeordnet, das ist einfach nicht mehr haltbar", so GPA-djp-Wirtschaftsbereichssekretärin Anita Stavik.

Kein Dialog möglich
Versuche mit Schlecker in Kontakt zu treten seien bisher ergebnislos geblieben. "Aus diesem Verhalten schließen wir, dass die Anliegen der Beschäftigten und die Lösung der von uns angesprochenen Probleme bei Schlecker nicht jene Priorität genießen, welche für einen ernsthaften Dialog unerlässlich ist", betonte Geschäftsführer Proyer.
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