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MI | 11.04.2012
Quelle (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
"Quelle"-Konkurs jährt sich zum ersten Mal
Ein Jahr ist es her, dass Quelle Österreich Konkurs anmelden musste. Ein gesundes Unternehmen sei damals in Konkurs geschickt worden, denn Quelle war nicht überschuldet, sondern nur zahlungsunfähig, so die Masseverwalter.
Trotz der guten Geschäfte und der gesellschaftlichen Eigenständigkeit von Quelle Österreich war ein Überleben ohne den Mutterkonzern Arcandor nicht so einfach möglich.
Um ein derart großes Unternehmen aufzulösen und alle Verhältnisse zu klären, war für die Masseverwalter viel Arbeit zu erledigen. Der ORF Oberösterreich hat sich angesehen, wie weit das Insolvenzverfahren fortgeschritten ist und wie viele der 1.100 ehemaligen Quelle Österreich Mitarbeiter heute noch auf Arbeitssuche sind.

Rückblick
Der möglicherweise kurz bevorstehende Verkauf des Quelle-Areals in Linz wird das letzte Kapitel in der Geschichte des einst so erfolgreichen Unternehmens werden.

Im Sommer 2009 geriet Quelle Österreich durch die finanziellen Schwierigkeiten ihres deutschen Mutterkonzerns Arcandor in Bedrängnis. Die Belegschaft der Quelle Österreich traf das völlig unvorbereitet, wie eine Mitarbeiterin Ende Juni 2009 sagte: "Auf das wären wir nie gekommen, dass wir Probleme bekommen könnten."

Im Oktober 2009 meldete Arcandor Konkurs an. Trotz der guten Geschäfte und der gesellschaftlichen Eigenständigkeit von Quelle Österreich war ein Überleben ohne den Mutterkonzern nicht so einfach möglich.
"Ein Wechselbad der Gefühle"
Nach Monaten des Bangens wurde am 16. November 2009 den 1.100 Quelle Österreich Mitarbeitern die Konkurseröffnung ihres Arbeitsgebers bekannt gegeben. Zählt man die Quelle-Pensionisten und die Quelle-Shop-Betreiber dazu, waren fast 1.700 Menschen vom Konkurs betroffen. Die Rede war damals von Schulden in der Höhe von 88 Millionen Euro.

Drei Linzer Rechtsanwälte wurden zu Masseverwaltern bestellt, einer von ihnen ist Erhard Hackl: "Es war für uns ein Wechselbad der Gefühle. Am Anfang bestand doch immerhin die Hoffnung, dass das Unternehmen zumindest im wesentlichen Teilen an einen Interessenten verkauft werden kann und damit 500 Arbeitsplätze erhalten werden können. Es hat sich aber dann herausgestellt, dass diese Hoffnung nicht erfüllt wurde."
Nun steht noch der Verkauf des etwa fünf Hektar großen Quelle-Areals in der Linzer Industriezeile an. Bereits in den nächsten Tagen könnte es hier zu einem Abschluss kommen.
100 Mio. Euro im Insolvenzverfahren bewegt
Die Masseverwalter verkauften die Lagerwarenbestände, Kundeninformation und Forderungen. Im Insolvenzverfahren wurden laut Hackl 100 Millionen Euro bewegt. Die Gläubiger erhielten bereits einen Großteil der offenen Forderungen.

500 Mitarbeiter in Stiftung aufgefangen
Ein anderes Problem: In einer wirtschaftlich angespannten Situation mussten mehr als 1.000 Oberösterreicher eine neue Arbeit finden. 500 der arbeitslos gewordenen Quelle-Mitarbeiter wurden durch eine Stiftung des AMS aufgefangen.

Der ehemalige Betriebsrat, Felix Hinterwirth, sagt heute, ein Jahr nach dem Konkurs: "Wir gehen davon aus, dass erheblich mehr als die Hälfte der ehemaligen Mitarbeiter einen neuen Job haben. Das lässt sich an den Zahlen der Stiftungen und Stiftungsaustritten sehr gut ablesen."

Verkauf des Quelle-Areals
Nun steht noch der Verkauf des etwa fünf Hektar großen Quelle-Areals in der Linzer Industriezeile an. Bereits in den nächsten Tagen könnte es hier zu einem Abschluss kommen. Bereits Anfang Oktober zeigte der Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB) Interesse an dem Gelände.
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