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MI | 11.04.2012
Josef Stockinger (Bild: ORF/rubra)
POLITIK
Josef Stockinger verabschiedet sich aus Politik
Jetzt ist es fix: ÖVP-Landesrat Josef Stockinger wird am 7. Oktober die Politik verlassen und in die Chefetage der Oberösterreichischen Versicherung wechseln.
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Stockinger lässt viele Ressorts zurück.
20 Jahre Agrarpolitik
Mehr als die Hälfte seines Lebens war Stockinger in der Spitzenpolitik, 20 Jahre in der Agrarpolitik. Begonnen hat seine Karriere 1980 als Vorsitzender der Hochschülerschaft in Linz, zwei Jahre später war er der Chef der ÖH in Wien. Dort gründete er mit anderen die ÖVP-nahe Studentenfraktion AG.

Direktor des Oö. Bauernbundes
Nach der Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften absolvierte er den Zivildienst und wechselte dann in die Landesverwaltung. Seine ersten Sporen in der Landespolitik verdiente sich Stockinger als Sekretär des damaligen Agrarlandesrates Leopold Hofinger und 1989 als Direktor des Oö. Bauernbundes.

Seit 1994 im Landtag
Seit 1994 saß er als Abgeordneter im Landtag, war eine Periode lang Klubobmann und seit 2003 Landesrat. Immer wieder wurde ihm der Ruf nach Wien nachgesagt, selbst als möglicher Landwirtschaftsminister wurde Stockinger gehandelt.
Chancen auf Sessel des Landeshauptmanns
Jahrelang wurde Stockinger immer wieder als der "Kronprinz" von Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) gehandelt, zu viele Jahre vielleicht, um realistische Chancen auf den Sessel des Landeshauptmanns zu haben.

Mega-Ressort
Stockinger lässt ein Mega-Ressort zurück: Die Landwirtschaft, die Kindergärten und natürlich vor allem die Gemeinden, für die er seit Jahren gemeinsam mit Josef Ackerl (SPÖ) zuständig war.
Nachfolgekandidaten
Für den Agrarbereich tauchten seit längerem Namen als Nachfolgekandidaten auf: Hubert Huber, der Chef der Agrarabteilung es Landes, ein anerkannter Agrarexperte.

Franz Reisecker, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer oder Max Hiegelsberger, der Bürgermeister von Meggenhofen. Die Entscheidung liegt letztendlich aber bei Landeshauptmann Josef Pühringer.
Pühringer bedauerte den Abschied.
Reaktionen auf den Rücktritt
Pühringer bedauerte den Abschied "Ferdl" Stockingers: "Er hatte die Füße fest auf oberösterreichischem Boden und den Kopf in der Zukunft." Er habe mit Stockinger lediglich einen einzigen politischen Konflikt gehabt, der nach wie vor noch nicht ausgeräumt sei: "Ich habe nie verstanden, wieso jemand, der so einen schönen Vornamen hat, sich Ferdl nennt", so sein Partei- und Namenskollege Pühringer.

Seitenhieb von Ackerl
Nicht ohne Seitenhieb nimmt SPÖ-Landeschef Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl Abschied von seinem ÖVP-Amtskollegen Josef Stockinger. Die beiden hatten sich ja die Aufgaben im Gemeinderessort geteilt. Er wünsche Stockinger für seinen Wechsel in die Privatwirtschaft alles Gute, ihre Zusammenarbeit sei im Großen und Ganzen gut gewesen. Es sei schön zu sehen, dass auch Menschen aus der Politik in die Privatwirtschaft gehen können, sagt Ackerl zum bevorstehenden Wechsel Stockingers zur Oberösterreichischen Versicherung.

Einspruch von Voest-Chef Wolfgang Eder
Allerdings, so Ackerl weiter, würde er sich wünschen, dass das nicht nur für ÖVP-Politiker sondern auf für solche aus anderen Parteien gelte. Hintergrund von Ackerls Spitze sind die Ereignisse rund um den gescheiterten Wechsel des Linzer SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Christian Forsterleitner in die Voestalpine. Der 33-Jährige hätte einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag bei der Voest erhalten und im Stab von Finanzvorstand Alfred Düsing eine Aufgabe übernehmen sollen, war aber am Einspruch von Voest-Chef Wolfgang Eder gescheitert.
Kritik kommt vom BZÖ.
Architekt der Regierungszusammenarbeit
Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) würdigte Stockinger, der einer der Architekten der schwarz-grünen Regierungszusammenarbeit in Oberösterreich war, als "hervorragenden Partner in der Koalition". In sieben Jahren habe man gemeinsam vieles erreicht, etwa das "hart erkämpfte Selbstbestimmungsrecht der Regionen beim Thema Gentechnik".

Der Landessprecher des BZÖ Oberösterreich Rainer Widmann kritisierte, nach dem oberösterreichischen SP-Vorsitzenden Erich Haider werde jetzt Stockinger in eine Chefetage versorgt. Das seien "russische Zustände" rund um das oberösterreichische Landhaus.
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