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MI | 11.04.2012
Österreich-Flagge (Bild: Fotolia/moonrun)
SOZIALES
Volkszählung ohne heikle Datenabfrage
Bei der Volkszählung 2011 werden die Daten erstmals nicht mit Fragebögen, sondern aus verschiedenen Verwaltungsregistern erhoben. Heikle Daten sollen voraussichtlich nicht mehr abgefragt werden.
Alle Daten sind anonymisiert und können Personen nicht zugeordnet werden.
Riesige Papierberge beim letzten Zensus
Mehr als 14 Millionen Fragebögen wurden bei der letzten Volkszählung im Jahr 2001 verteilt und einen Monat später wieder eingesammelt. 70.000 sogenannte Zählorgane der Gemeinden waren unterwegs. Bei der Statistik Austria landeten 200 Tonnen Papier, die innerhalb von zwei Jahren ausgewertet wurden.

Registerzählung
Diese Papierberge gehören nun der Geschichte an. 2011 wird erstmals eine sogenannte Registerzählung durchgeführt. Das bedeutet, dass die Statistik Austria die nötigen Informationen aus vorhandenen Datenbanken erhält - aus dem zentralen Melderegister, von den Sozialversicherungen oder auch vom AMS.

Umgangssprache und Religionsbekenntnis
Alle Daten sind anonymisiert und können Personen nicht zugeordnet werden. Einige - bei der letzten Volkszählung heftig umstrittene Daten - sind allerdings nicht in einem Register abfragebereit. Zum Beispiel die Frage nach der Umgangssprache oder nach dem Religionsbekenntnis.

Laut Statistik Austria gibt es derzeit noch keine Pläne, diese Informationen in altbewährter Form per Fragebogen zu erkunden, obwohl es laut Gesetz möglich wäre.

Kosten: Zehn Millionen Euro
Die neue Vorgehensweise spart viel Geld. Die Volkszählung 2001 kostete noch 72 Millionen Euro, 2011 sollen es nur noch knapp zehn Millionen Euro sein. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Bundeskanzler Faymann an den ÖVP-Nationalratsabgeordneten Johann Singer hervor. Dazu kommt, dass die neue, unkomplizierte Zählmethode öfter angewendet werden kann.

Daten für den Finanzausgleich
Für das Finanzministerium wird nun zum Beispiel jedes Jahr die Bevölkerungszahl erhoben. Nach diesen Daten richtet sich dann, wie viel Geld über den Finanzausgleich an Länder und Gemeinden geht.
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