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MI | 11.04.2012
Schnappschildkröte (Bild: Wikipedia/Mjbaker)
TIERE
Jagd auf aggressive Schnappschildkröten
Im Mühlviertel wird Jagd auf aggressive Schnappschildkröten gemacht, die sich in einem Fischteich aufhalten sollen, der von der Bevölkerung gerne als Badeteich genützt wird. Laut Experten seien die Tiere nicht ungefährlich.
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Die beiden Tiere waren im Herbst vergangenen Jahres in der Gemeinde Rainbach im Bezirk Freistadt beim Auslassen eines anderen Teiches entdeckt worden. Das berichtet die "Bezirksrundschau Freistadt" in ihrer jüngsten Ausgabe.

"Konnte sie nicht in der Badewanne lassen"
"Weil ich sie ja schwer bei mir in der Badewanne überwintern lassen konnte, habe ich die Schildkröten zum Sonnberger Fischteich gebracht", wird der Obmann des Fischervereines "Goldfisch", Gerhard Leitner, von der Zeitung zitiert.

Amtstierarzt: "Aggressiv und gefährlich"
Die Dorfbewohner seien aber dagegen, dass der auch zum Baden genützte Teich das neue Zuhause der Tiere sein soll. Laut Amtstierarzt Gottfried Diwold gelten Schnappschildkröten als "aggressiv und gefährlich".
Bis zu 16 Kilogramm schwer
Ausgewachsene Tiere werden bis zu 45 Zentimeter lang und 16 Kilogramm schwer und hätten einen so kräftigen Schnabel, dass sie einen Besenstiel abbeißen können. Zudem würden sie sich mit ihren bekrallten Vorder- und Hinterbeinen verteidigen. Wenn sie sich bedroht fühlten, sonderten sie auch ein stinkendes Sekret ab.

Der Welser Richard Weixler von SOS-Regenwald hält die Tiere wiederum für nicht so gefährlich: "Es ist absolut unrichtig, dass eine Schnappschildkröte einen Besensteil abbeißen könnte. Diese Tiere beißen nur, wenn sie gefangen und festgehalten werden, auf keinen Fall würden sie Menschen attackieren."
NICHT VERWENDEN!! Sonnberger Fischteich (Bild: Foto Kerschi)
Notfalls muss Wasser abgelassen werden
Bisher sei es laut Leitner nicht gelungen, die Schildkröten einzufangen. Sie seien sehr scheu und würden verschwinden, wenn Menschen in ihre Nähe kommen. Er rechnet mit einem Erfolg zu Beginn der Angelsaison im Herbst. Aus anderen Teichen habe man schon Schildkröten wie Fische aus dem Wasser gezogen.

"Hilft das nicht, müssen wir den Teich ablassen". Wenn sie eingefangen sind, sollen sie der Tierschutzstelle Freistadt übergeben werden, die sich für sie um ein geeignetes Zuhause kümmern will.
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