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MI | 11.04.2012
Schöpfgefäß mit Rinderfiguren (Bild: Naturhistorisches Museum)
WISSENSCHAFT
Sensationelle Funde in Hallstatt
Rechtzeitig zum 50-jährigen Grabungsjubiläum des Teams des Naturhistorischen Museums in Hallstatt können die Frühgeschichtsforscher mit neuen, sensationellen Funden aus dem Gräberfeld auf dem Salzberg aufwarten.
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Großer Eimer aus Bronze
158 Jahre nach der Entdeckung des 1.500 Begrabungsstätten umfassenden Gräberfeldes im Hochtal wurden erstmals wieder Bronzegefäße gefunden. Ein eineinhalb Meter großer Eimer aus Bronze, der als Mischgefäß für Weine gedient haben soll, ist das Prunkstück der jüngsten Funde.

Es ist das fünfte Gefäß dieser Art aus der jüngeren Hallstattkultur (800 bis 475 v. Chr.), die man bisher in dem Gräberfeld fand. Weiters wurde ein Schöpfgefäß aus Bronze mit einem Henkel in Form einer Rinderfigur und einem Kalb ausgegraben.
Schöpfgefäß mit Rinderfiguren (Bild: Naturhistorisches Museum)
Gräberfeld vor 158 Jahren entdeckt
Der erste Ausgräber und Entdecker des Gräberfeldes, Johann Georg Ramsauer, fand vor 158 Jahren ein fast identisches Gefäß. Für die Archäologen ist es eines der außergewöhnlichsten Gefäße unter den Tausenden Funden im Hochtal.
Dolch (Bild: Naturhistorisches Museum)
Grab 99: Mann in Bärenfell bestattet
Die Frühgeschichtsforscher freuen sich auch über ein prunkvolles und seltenes Dolchmesser aus Bronze, ein Klappmesser, eine skythische Pfeilspitze sowie das Grab 99, in dem ein älterer Mann in einem Bärenfell bestattet wurde. Einzigartig dabei ist, dass beim ihm erstmals quergerippte Bernsteinperlen als Grabbeigabe gefunden wurden.
Grab 99 (Bild: Naturhistorisches Museum)
Wissenschaftliche Bedeutung
Diese Funde bedeuten wissenschaftlich mehreres: Erstens wächst das Gräberfeld im Hochtal immer weiter, zweitens handelt es sich um hochqualitative Funde aus der jüngeren Hallstattkultur, und drittens ist der Fund des großen, kräftigen, im Bärenfell bestatteten Mannes eine Ausnahme. Während die meisten Menschen der Hallstattkultur nach den bisherigen Gräberfunden Bergleute waren, dürfte dieser Mann der Elite angehört haben.

Das ist ein wichtiger Hinweis auf die Gesellschaftsstruktur der frühgeschichtlichen Salzbergleute, denn bisher fand man in Hallstatt, im Gegensatz zu Hallein und Mitterkirchen, kein Fürstengrab.
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