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MI | 11.04.2012
Buchhandel (Bild: APA/Harald Schneider)
WIRTSCHAFT
Konflikt im heimischen Buchwesen
In Steyr herrscht ein Konflikt im Buchwesen. Die Firma Ennsthaler, sie betreibt einen Buchhandel samt Verlag, wirft der Thalia Buch & Medien GmbH Österreich vor, keine Bücher mehr aus ihrem Verlag zu beziehen. Grund sei ein abgelehntes Kaufangebot.
Zwölf Filialen in Oberösterreich
In Steyr wetteifern zwei Buchhandlungen um die Gunst der Kunden: das traditionsreiche Familienunternehmen Ennsthaler und der Konzern Thalia Buch & Medien GmbH, der alleine in Oberösterreich zwölf Filialen betreibt.

Geschäfte auf Eis gelegt
Beide haben am Steyrer Stadtplatz, nur wenige Meter voneinander entfernt, jeweils eine Buchhandlung. Die beiden treten aber nicht nur in den Wettstreit: Seit Jahren hatten sie eine Geschäftsbeziehung. Nun wurden aber alle Geschäfte auf Eis gelegt.

Bücher werden nicht mehr gekauft

Thalia kauft seit gut einem Monat keine Bücher mehr aus dem Verlag Ennsthaler, und auch Bücher anderer Verlage, die Ennsthaler als Großhändler verkauft, gehen derzeit nicht mehr von Ennsthaler an Thalia.
Ennsthaler spricht von einem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.
Kaufangebot abgelehnt
Unternehmenschef Gottfried Ennsthaler spricht von einem Boykott. Der Grund, der für ihn dahintersteckt: Thalia habe vor gut einem halben Jahr seine Buchhandlung in Steyr kaufen wollen, um damit einen Konkurrenten auszuschalten.

Thalia dementiert
Thalia weist das aber strikt zurück. Ein Interview wollte die Geschäftsführung zwar nicht geben, in einer Aussendung hieß es aber, es habe gemeinsame Überlegungen über eine Buchhandlung am Ennsthaler-Standort in Steyr gegeben - ein Kaufangebot sei aber nie erfolgt.

Positive Lösung für beide Parteien gesucht
Thalia sei bemüht gewesen, eine für beide Seiten positive Lösung zu finden, sowohl in Bezug auf die Lieferantenbeziehung als auch auf den Standort in Steyr. Ennsthaler habe die Gespräche aber abgebrochen.

Laut Thalia stimmt es, dass derzeit keine Bücher mehr bei Ennsthaler bestellt würden. Das liege aber daran, dass Gottfried Ennsthaler die Geschäftsbeziehung beendet habe.

Ennsthaler spricht von einem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Thalia wirft Ennsthaler vor, mit fragwürdigen und kreditschädigenden Mitteln den Weg in die Öffentlichkeit zu suchen.
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