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MI | 11.04.2012
Blut (Bild: ORF)
CHRONIK
Patientin von Linzer Spital abgewiesen
Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz ist eine Operation abgelehnt worden, weil die Patientin aus Glaubensgründen keine Bluttransfusionen annimmt. Im Linzer AKh wurde die Frau dann doch operiert.
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Im Falle einer Komplikation muss der Patient einer Bluttransfusion zustimmen.
Zeugen Jehovas
Die Frau aus Gramastetten (Bezirk Urfahr-Umgebung) wurde mit Bauchschmerzen ins Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz eingeliefert. Doch als sie im Krankenhaus angab, als Angehörige der Zeugen Jehovas keine Bluttransfusionen anzunehmen, wurde die Operation abgelehnt.

Hausinterner Ehrenkodex
Der ärztliche Leiter der Barmherzigen Schwestern, Rudolf Sigl, verteidigt den Schritt und verweist auf den hausinternen Ehrenkodex.

"Blinddarmoperation ist kein Notfall"
"Eine Blinddarmoperation ist üblicherweise eine Operation, die verschiebbar ist. Es ist also in diesem Sinne kein Notfall. Es gibt daher die Regelung, dass man diese Operation durchführt, wenn sich der Patient schriftlich damit einverstanden erklärt, dass er im Falle einer Komplikation, einer Bluttransfusion zustimmt. Wenn der Patient diese Möglichkeit aber ablehnt, dann ist es nach unserem Kodex nicht möglich, den Patienten zu versorgen, weil wir im Falle einer Komplikation in eine ethisches Dilemma kommen würden." so Sigl.
Die Patientin ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung.
Operation im AKh
Im Linzer Allgemeinen Krankenhaus wurde die Operation dann einige Stunden später durchgeführt, da gerade bei Blinddarmoperationen die Wahrscheinlichkeit eine Bluttransfusion zu benötigen äußerst gering ist, so Primar Hans Gombotz.

Die Patientin ist mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung. Bluttransfusion hat sie keine benötigt.
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