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MI | 11.04.2012
Staatsanwalt (Bild: APA/Roland Schlager)
CHRONIK
Kaprun: Vorwürfe des Bayerischen Rundfunks
Der Bayerische Rundfunk erhebt schwere Vorwürfe gegen die Oberstaatsanwaltschaft in Linz. Sie behindere Recherchen über den Brand in der Kapruner Gletscherbahn, bei dem 155 Menschen am 11.11.2000 ums Leben kamen.
Ein deutscher Gutachter hatte den österreichischen Behörden vorgeworfen, ein Beweisstück manipuliert zu haben.
Vorwurf: manipuliertes Beweisstück
Ein Team des Bayrischen Rundfunks wollte in der Asservatenkammer des Landesgerichtes Salzburg Beweisstücke aus der Kapruner Unglücksbahn filmen - vor allem einen Heizlüfter, der aus der unversehrten Garnitur der Gletscherbahn stammte.

Ein deutscher Gutachter hatte den österreichischen Behörden vorgeworfen, das Beweisstück manipuliert zu haben. Der Lüfter sei für den Einbau, für den er laut Hersteller gar nicht vorgesehen sei, auseinandergenommen und verändert worden. Diese verändernden Eingriffe seien jedoch auf Fotos des Beweisstückes nicht mehr zu finden, so der Vorwurf.
Kamerateam vor verschlossenen Türen
Der Bayrische Rundfunk wollte daher einen Opferanwalt in den Keller des Salzburger Landesgerichtes begleiten, um das Original zu sehen. Der zuständige Richter Manfred Seiss habe laut Angaben des Senders seine Zustimmung für die Dreharbeiten in der Asservatenkammer erteilt.

Trotzdem stand das Kamerateam vor verschlossenen Türen. Laut dem Sender habe die Oberstaatsanwaltschaft Linz den Dreh per Eilfax untersagt. Der Bericht wurde dennoch gesendet, den österreichischen Behörden wird darin massive Vertuschung vorgeworfen.
Keinerlei rechtliches Interesse dargelegt
Die Oberstaatsanwaltschaft Linz widerspricht dieser Darstellung. Der Opferanwalt habe in seinem Antrag auf Einsicht keinerlei rechtliches Interesse dargelegt, wie das von der Strafprozessordnung vorgeschrieben werde. Gegen diesen Formmangel habe die Oberstaatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt, so Mediensprecher Bruno Granzer. Das Oberlandesgericht Linz werde nun über die Beschwerde entscheiden.

Kein Interesse etwas zu vertuschen
Granzer betont, man habe keinerlei Interesse, irgendetwas zu vertuschen. Vielmehr sei man ja als Strafverfolgungsbehörde daran interessiert, dass mögliche Straftaten aufgeklärt werden.
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