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MI | 11.04.2012
Arigona Zogaj (Bild: APA/Manfred Fesl)
CHRONIK
Negativer Asylbescheid für Familie Zogaj
Am Donnerstag hat der Anwalt der in Frankenburg im Bezirk Vöcklabruck lebenden Flüchtlingsfamilie Zogaj vom Bundesasylamt den Bescheid erhalten, dass kein Asyl und auch kein Aufenthalt aus gesundheitlichen Gründen gewährt wird.
"Eine Berufung gegen den negativen Asylbescheid hat aufschiebende Wirkung."
BAA: Keine Gründe für Asyl
Die Familie müsse das Land verlassen, heißt es in dem Bescheid. Der Anwalt der heute 17-Jährigen, Helmut Blum, hatte im vergangenen Dezember für Arigona und ihre Mutter Nurie einen Erstantrag gestellt, der im Jänner von den Behörden zugelassen wurde.

Das Bundesasylamt (BAA) hat nun festgestellt , dass keine Gründe vorliegen, um dem Mädchen Asyl zu gewähren.
Anwalt sieht gute Chancen
Der Anwalt der Familie Zogaj, Helmut Blum, rechnet sich in dem Asylverfahren in zweiter Instanz gute Chancen aus. "Eine Berufung gegen den negativen Asylbescheid hat aufschiebende Wirkung", erklärte er am Donnerstagvormittag im Gespräch mit der APA. In dem Bescheid des Bundesasylamtes sei keine Rede von einer Aberkennung.

Asylgerichtshof hat letztes Wort
Das letzte Wort habe jedenfalls der Asylgerichtshof, so Blum. Man habe nun zwei Wochen Zeit, eine Beschwerde einzulegen. Das weitere Prozedere werde sicher einige Monate dauern, sagte der Anwalt.

"Das kann in einem Rechtsstaat nicht sein"
Unerklärlich sei, dass man Donnerstagfrüh von dem Bescheid aus der "Kronen Zeitung" habe erfahren müssen: "Das ist ungeheuerlich, dass das über die Medien gespielt wird und nicht den normalen Weg geht", kritisierte Blum. "Das kann in einem Rechtsstaat nicht sein." Es gebe so etwas wie ein Amtsgeheimnis.
Die Vorgeschichte
Der Vater war im Mai 2001 nach Österreich gekommen, die Mutter und die fünf Kinder im September 2002. Nach negativen Bescheiden und jahrelangem Hin und Her holten Polizisten am 26. September 2007 die Eltern und die vier Geschwister von Arigona Zogaj ab, um sie abzuschieben.

Mit Selbstmord gedroht
Die damals 15-jährige Arigona versteckte sich und drohte, sich das Leben zu nehmen. Der Pfarrer von Ungenach, Josef Friedl, nahm Arigona bei sich auf. Der Vater und die vier damals noch minderjährigen Geschwister wurden in das Kosovo abgeschoben, die Mutter und Arigona leben seither in Österreich.

Im Jänner 2009 kamen die Geschwister wieder nach Oberösterreich, die beiden mittlerweile 18 und 20 Jahre alten Brüder sind mittlerweile wieder im Kosovo.
Selbstmordversuche der Mutter
Die Betreuer der Familie hoffen, dass der Mutter, Nurie, die psychisch stark gelitten und mehrere Selbstmordversuche unternommen hat, wegen ihres Gesundheitszustandes subsidiärer Schutz gewährt wird und sie mit den minderjährigen Kindern in Österreich bleiben darf.
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