Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Bub hält sich die Ohren zu (Bild: Fotolia/binagel)
SOZIALES
Forderung: "Jugendabwehrsysteme" verbieten
Die Kinder- und Jugendanwaltschaften bezeichnen "Jugendabwehrsysteme" als diskriminierend und fordern ein Verbot. Derartige Systeme vertreiben Jugendliche und Kinder mit akustischen Signalen.
Hohe Frequenzen gegen Kinder
Ein "Jugendabwehrsystem" sendet eine Frequenz von 16 bis 18 Kilohertz aus, die nur von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von ungefähr 25 Jahren wahrgenommen werden kann.

Wirkungsbereich über 40 Meter
Das "Abwehrsystem" soll dazu dienen, Vandalen von bestimmten Orten fernzuhalten. Der Wirkungsbereich beträgt über 40 Meter.
In Attnang-Puchheim in Verwendung
In Attnang-Puchheim (Bezirk Vöcklabruck) ist ein solches Gerät im Einsatz. Die Gemeinde sah dieses System als letzten Ausweg im Kampf gegen zerstörungswütige Jugendliche. Seit der Anbringung seien die offensichtlich nicht gerngesehenen Jugendgruppen aus dem Schlosshof verschwunden.

Laut Bürgermeister Peter Groiß (SPÖ) bekamen die Stadtgemeinde und die Exekutive die Situation "nicht mehr in den Griff, und aus diesem Grund hat man sich zu dieser wirklich unattraktiven Entscheidung entschlossen, dieses Gerät zu installieren".

Bürgermeister betont positive Wirkung
Groiß betonte die positive Wirkung des Systems, das seine Gemeinde 700 Euro kostete. Seit dessen Installation seien die Vandalenakte im Schlosshof deutlich zurückgegangen. Wenn es so positiv weitergehe, werde der hohe Pfeifton bald nicht mehr gebraucht, und es könnte wieder Ruhe einkehren, auch in den Ohren der Jugendlichen.

Die "Jugendabwehrsysteme" sollen auch in Wiener Einkaufspassagen verwendet werden.
Gegen UNO-Kinderrechtskonvention
Die Kinder- und Jugendanwaltschaften verlangen jetzt ein Verbot des Vertriebs, Kaufs und Verkaufs sowie des Besitzes und Einsatzes derartiger Anlagen in Österreich, weil sie sich gegen das Gleichbehandlungsgebot der Menschenrechte und die UNO-Kinderrechtskonvention richten würden.
Die UNO-Kinderrechtskonvention
Die Kinderrechtskonvention verlangt den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Diskriminierung jeglicher Art, betont das Recht auf Freizeit, spielerische und kulturelle Aktivitäten sowie auf ein Höchstmaß an Gesundheit.
"Problemfall" Jugendliche
Jugendliche würden zunehmend als "Problemfall" abgestempelt, beklagte die Kinder- und Jugendanwaltschaften in einer Aussendung.

Gesundheitliche Langzeitschäden
Untersuchungen zur Schallmessung hätten zudem gezeigt, dass die Geräte sowohl gesundheitliche Langzeitschäden bei unsachgemäßer Verwendung verursachen als auch eine besondere Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder bestehe.
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