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MI | 11.04.2012
Temelin (Bild: APA/David Veis)
CHRONIK
Temelin: Kampf wird immer aussichtsloser
Der Kampf gegen Temelin wird immer aussichtloser. Jetzt hat auch der Mann aufgegeben, der als einziger ein wirkliches Pfand gegen den Atommeiler in der Hand hatte. Der Exil-Tscheche Josef Vesely verkaufte seinen Grund auf dem Reaktorgelände.
Fünfeinhalb Quadratmeter großes Grundstück
Viele Jahre hat Josef Vesely dem tschechischen Energiekonzern Widerstand geleistet. Sein Pfand war fünfeinhalb Quadratmeter groß. Zu diesem Grund ist der 1971 aus dem Land geflohene Techniker über seine Mutter gekommen. Ihr hatte die damalige CSSR Grundstücke abgekauft, aber auf 56 Quadratmeter vergessen.

Als seine Mutter starb, war Josef Vesely, inzwischen längst österreichischer Staatsbürger, der Erbe. Da ihn sein ehemaliges Heimatland wegen Republikflucht zum Verlust des Eigentums verurteilt hatte, bekam er als Erbe nur die erwähnten 5,5 Quadratmeter zugesprochen. Sie aber befinden sich genau dort, wo Temelin steht und jetzt erweitert werden soll.
Zwei Jahre verzögert
Durch seine beharrlichen Einsprüche war es ihm gelungen, den Bau der beiden ersten Blöcke zumindest um zwei Jahre zu verzögern. Auch jetzt vor der Erweiterung stünde ihm wieder Parteienstellung zu. Josef Vesely hat es sich aber anders überlegt.

Stillschweigen bewahrt
Der 61-Jährige hat sich mit der Betreibergesellschaft CEZ in aller Ruhe geeinigt, das Grundstück verkauft und beide Seiten bewahren darüber Stillschweigen. Das bericht das "Neue Volksblatt" am Donnerstag.

Angeblich soll er dafür den Preis für zehn Hektar Grund bezahlt bekommen haben. Über die Höhe der Summe kann jedoch nur gerätselt werden. Als Grund für seinen Verkauf gab Vesely an, dass er von österreichischer Seite im Kampf gegen Temelin nicht ausreichend unterstützt worden sei.
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