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MI | 11.04.2012
Dewinter und Strache (Bild: APA/Rubra)
POLITIK
Politischer Aschermittwoch in Ried im Innkreis
In der ausverkauften Jahnturnhalle in Ried im Innkreis hat am Mittwochabend der schon traditionelle Politische Aschermittwoch der FPÖ begonnen. Mit 2.000 Besuchern war die Veranstaltung - laut Partei - ausverkauft.
Zwölf Euro Eintritt kostete die Veranstaltung.
"Jetzt geht's um uns Österreicher"
Während das Publikum, das für ein Getränk, einen Heringsschmaus und deftige politische Reden zwölf Euro gezahlt hat, bei Blasmusik auf den Einzug der Parteispitze wartete, wurde die Werbetrommel für die Aktion "Österreicher in Not" gerührt. Sie soll sozial Bedürftige unterstützen.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung grüßte Parteichef Heinz-Christian Strache von einem überdimensionalen Plakat mit dem Slogan "Jetzt geht's um uns Österreicher".
Politischer Aschermittwoch (Bild: Picturenews)
Kaum Gegendemonstranten
Gegendemonstranten rief die FPÖ trotz ihres Gastredners, des Fraktionsvorsitzenden des rechtsextremen flämischen Vlaams Belang, Filip Dewinter, kaum auf den Plan. Lediglich eine lokale Künstlergruppe verteilte Gedichte von Erich Fried.
Tobender Applaus
Unter dem Applaus ihrer Anhänger zogen dann Strache sowie Landesparteiobmann Lutz Weinzinger, der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, der Spitzenkandidat für die oberösterreichische Landtagswahl, Manfred Haimbuchner, in die mit blauen Luftballons geschmückte Halle ein. Unter den Gästen war auch der dritte Nationalratspräsident Martin Graf.
Heinz-Christian Strache (Bild: ORF) Faymann und Pröll: "Gammelfleisch"
Strache verglich in seiner Rede die Bildung der letzten rot-schwarzen Bundesregierung mit dem Gammelfleischskandal in Deutschland:

"In Deutschland wurden der Bevölkerung alte und abgelaufene Produkte als neu verkauft. Genauso ist das bei Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP): Die sind in Wirklichkeit auch politisches Gammelfleisch."

Bei Parlamentssitzungen könne man fast glauben, Faymann und Pröll (ÖVP) würden unter dem Tisch fußeln, so Strache.
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Auch die Grünen bekamen ihr Fett ab: Bundessprecherin Eva Glawischnig verkörpere das schwindende Gewicht der Partei. Zum BZÖ sagte Strache einmal mehr, dass es ohne den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nichts sei. Sein Nachfolger Gerhard Dörfler sei "weniger ein Erbe als ein Erbschleicher".
Filip Dewinter (Bild: ORF) Dewinter: "Das eigene Volk zuerst"
Die FPÖ und seine Partei würden das sagen, was die Menschen in Europa "im Stillen denken", erklärte der Fraktionsvorsitzende des rechtsextremen flämischen Vlaams Belang, Filip Dewinter, in Ried: "Das eigene Volk zuerst."

"Trojanisches Pferd des Islam"
Die rechten europäischen Parteien sollten "eine Internationale der Nationale bilden, um das Trojanische Pferd des Islam draußen zu halten". Dewinters Begrüßungsworte wurden immer wieder von tosendem Applaus unterbrochen.
"Erhalt der eigenen Kultur"
"Liebe deutsche Österreicher, liebe europäische Freunde", begann Dewinter seine Ansprache. Er betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der europäischen Rechten zum Erhalt der eigenen Kultur. Er sehe keine Rechtsextremen im Saal, sondern "nur Patrioten, die extrem stolz auf ihre Heimat sind", so Dewinter. Angesichts dessen sei er "stolz ein Extremist zu sein".
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Mölzer: "Brutalen Denkzettel" im Juni
"Heute sind die ausgelassenen Narren von gestern nur mehr reuige Sünder", hatte Andreas Mölzer zuvor in seiner Rede erklärt. Man brauche Galgenhumor, wenn man an die Zustände in der Europäischen Union denke, so der freiheitliche EU-Mandatar, der auf die Finanzkrise und die Osterweiterung verwies und vor und einer "Islamisierung Europas" warnte.

SPÖ-Kanzler Werner Faymann und ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll wollten der Bevölkerung weismachen, dass sie von der EU profitiere. Bei der Europawahl im Juni müsse es einen "brutalen Denkzettel" geben, betonte Mölzer.

Burka für Politikerinnen
Der einzig reizvolle Gedanke an einem baldigen EU-Beitritt der Türkei wäre, dass dann die grünen Politikerinnen Eva Glawischnig, Terezija Stoisits und Ulrike Lunacek eine Burka tragen müssten.

Die zeitgleich stattfindende Veranstaltung der Grünen in Salzburg dürfte so lustig sein wie ein Requiem im Stephansdom, die Trauerfeier für Breschnew oder das Sonntaghauptabendprogramm des ORF, so Mölzer. Das BZÖ nannte er eine "orange Wendehalstruppe".
Anschober: "Zerreißprobe für SPÖ".
Kritik von den Grünen
Die oberösterreichischen Grünen hatten im Vorfeld heftige Kritik an der Veranstaltung geübt: Mit der Einladung von Dewinter stelle sich die FPÖ "weit ins rechte Eck", erklärte Landessprecher Rudi Anschober in einer Presseaussendung.

Angesichts dieser politischen Entwicklung sei es mehr als verwunderlich, dass SPÖ-Landesparteichef Erich Haider eine Allianz genauso wenig ausschließe wie der freiheitliche Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner. Anschober ortet eine "Zerreißprobe" für die Sozialdemokraten.
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