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MI | 11.04.2012
"Alpenländischer Marinemaler", 1987 (Bild: APA/Nordico)
KULTUR
Nordico zeigt 160 Arbeiten von Fritz Aigner
Das Linzer Stadtmuseum Nordico widmet dem "Rembrandt von Linz", Fritz Aigner (1930 bis 2005), ab Dienstag eine umfangreiche Ausstellung mit dem Titel "Wunderkind und Malermaschine".
Mit 160 Arbeiten wird anhand zahlreicher Gemälde, Druckgrafiken, Zeichnungen, Skizzenbücher, Briefe und Fotos der Werdegang des Künstlers nachgezeichnet.

"Wunderkind und Malermaschine"
Details gaben Kulturreferent Vizebürgermeister Erich Watzl (ÖVP), Direktor Willibald Katzinger und Kurator Hannes Etzlstorfer in einer Pressekonferenz am Montag bekannt. Die Schau mit dem Untertitel "Wunderkind und Malermaschine" ist bis 11. Jänner zu sehen.

Rund 80 Prozent der gezeigten Arbeiten stammen aus Privatbesitz und sind größtenteils zum ersten Mal ausgestellt. In seiner Heimatstadt war Aigner als "Rembrandt von Linz" bekannt. Obwohl seine Bedeutung wesentlich über Oberösterreich hinausreicht, war der Einzelgänger nicht mehr als eine Lokalgröße.
1.700 Arbeiten angefertigt
In seinem 1.700 Arbeiten umfassenden Werk setzte sich der Linzer Maler intensiv mit Altmeistern wie Albrecht Altdorfer und Rembrandt auseinander. Aigners meist monumentale Bilder bewegen sich zwischen Surrealismus und Fantastischem Realismus.
"Alpenländischer Marinemaler", 1987 (Bild: APA/Nordico)
1952 mit dem Staatspreis ausgezeichnet
Aigner wurde am 13. Juli 1930 in Linz geboren. Mit elf Jahren kam er vom Realgymnasium in ein NS-Schülerheim, das im Barockstift Kremsmünster untergebracht war. Ein Linzer Arzt verhalf dem 17-Jährigen zu einem Stipendium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo ihn Sergius Pauser ohne Prüfung in seine Klasse aufnahm.

Für seine Abschlussarbeit "Die Klage des verlorenen Sohnes" wurde Aigner 1952 mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Danach war er freischaffender Künstler in Spanien, Irland, London und Linz.

"Linz immer treu geblieben"
Der vor drei Jahren verstorbene Aigner sei trotz seiner vielen Auslandsaufenthalte "Linz immer treu geblieben" sagte Watzl. Der Untertitel zur Ausstellung "Wunderkind und Malermaschine" sei ganz bewusst gewählt worden. Denn Aigner, der Zeit seines Lebens wie ein Besessener malte, hatte bereits in jungen Jahren Märchen neu erfunden und sie in seinen Zeichnungen neu interpretiert.

Stolz ist Katzinger darauf, dass erstmals das Frühwerk Aigners in der Ausstellung präsentiert wird. "Denn so kennen ihn die Linzer noch nicht", betonte der Nordico-Direktor.

"Alpenländischer Marinemaler"
Aigner, dessen Ölgemälde zwischen 40.000 und 50.000 Euro wert sind, habe sich selbst immer als alpenländischer Marinemaler bezeichnet, erklärte Kurator Etzlstorfer. Mit dem Thema "Linz und Hitler" hat sich Aigner ebenfalls auseinandergesetzt. Seine Figuren, die immer wieder ein drittes oder viertes Auge aufweisen, deuten auf die Sehschwäche Aigners hin, die den Künstler oft zur Verzweiflung brachte.

Neben biografischen Einblicken zeigt die Ausstellung in insgesamt zwölf Kapiteln Aigners imposantes Gesamtwerk, das zum Teil stark von Eros und Religion dominiert ist. Deshalb wurde auch ein eigener Erotikraum für Besucher ab 18 Jahren eingerichtet.
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