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MI | 11.04.2012
Der Tatverdächtige Josef Fritzl (Bild: APA/Polizei)
INZESTFALL AMSTETTEN
Linzerin erhebt schwere Vorwürfe gegen F.
Immer mehr - teils unbestätigte - Details über die Vergangenheit von Josef F. gelangen an die Öffentlichkeit. Im Gespräch mit den "OÖN" sagt eine Linzerin, 1967 von dem heute 73-Jährigen vergewaltigt worden zu sein.
Im Oktober 1967 vergewaltigt.
An den Augen erkannt
"Als ich im Fernsehen sein Bild gesehen habe, wusste ich: Ja, das ist er. Diese Augen. Daran habe ich ihn wiedererkannt", sagte die Frau im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten. F. habe sie im Oktober 1967 vergewaltigt. Sie sei jung verheiratet gewesen und habe ein kleines Kind gehabt.

Ihr Mann habe in der Nacht gearbeitet, erzählte die Zeugin.
"Wenn du schreist, bringe ich dich um."
Durch ein gekipptes Fenster eingestiegen
"Ich bin damals aufgewacht, weil ich merkte, dass mir jemand die Bettdecke weggezogen hatte", schilderte die Frau nun den OÖN. Der Mann sei offenbar durch ein gekipptes Fenster eingestiegen. "Er hatte ein Geschirrtuch um den Griff eines Küchenmessers gewickelt. Beides aus meiner Küche. Er drückte mir das Messer an die Kehle und sagte: 'Wenn du schreist, bringe ich dich um.' Dann hat er mich vergewaltigt. Bevor er ging, sagte er noch, dass er mich umbringen wird, wenn ich irgendetwas sage," berichtet sie im Zeitungsinterview.
18 Monate Gefängnis
Sie habe dennoch Anzeige erstattet. F. musste daraufhin für 18 Monate ins Gefängnis. Bei der Gerichtsverhandlung damals habe sich herausgestellt, dass ihr Peiniger mit zuvor dem Fahrrad durch die Gegend gefahren sei und alles beobachtet habe. Als Konsequenz aus dem Vorfall sei sie mit ihrer Familie damals in den dritten Stock übersiedelt. Dennoch habe sie noch lange Zeit große Angst gehabt, wenn ihr Mann in den Nachtdienst gegangen sei. "Natürlich heilt die Zeit viele Wunden", so die Frau, aber "mit dieser Geschichte ist sehr viel wieder aufgebrochen."
Keine Stellungnahme vom Verteidiger
Verteidiger Rudolf Mayer konnte dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben, da er noch auf die Zustellung der Akten warte. Es könne sich dabei aber allenfalls um eine bereits gerichtlich abgetane strafbare Handlung handle, deren neuerliche Thematisierung unrechtmäßig sei.
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