Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
RAUSSCHMISS
Chef der IG Fleisch fliegt aus Bauernbund
Der Wirbel um die neu gegründete Interessengemeinschaft (IG) Fleisch hat nun auch personelle Konsequenzen: Leo Steinbichler, gerade zu deren Vorsitzendem gewählt, fliegt aus dem Bauernbund.
Außerdem muss er seinen Hut als Landwirtschaftskammer-Obmann im Bezirk Vöcklabruck nehmen.

Steinbichler sei gewarnt worden
Steinbichler sei vor der Gründung der IG Fleisch gewarnt worden, so Stockinger. Er sei zwar auch Funktionär der IG Milch, doch habe es in dieser Sparte bisher keine eigenen Lieferantenorganisationen gegeben.
Sprüche schaden der Arbeit
Bei Fleisch gebe es Rinder- und Schweinebörsen sowie Zuchtverbände: "Er schadet mit seinen Sprüchen deren Arbeit", betonte der Landesrat, der auch ein schärferes Vorgehen gegen die IG-Milch-Funktionäre ankündigt.

Es könne nicht sein, dass es sich ein paar große Bauern zulasten vieler kleiner richten.
"Ich habe mir nichts vorzuwerfen",
"Ich habe mir nichts vorzuwerfen", erklärte Steinbichler gegenüber der APA. Von Stockinger sei er "enttäuscht" und werde weiterhin mit voller Kraft für die Interessen der Bauern arbeiten.
Eigene Interessen vertreten
Bauernbund-Präsident Hannes Herndl sagt zu dem Vorfall: "Leo Steinbichler hat eigentlich gerade in der Öffentlichkeit immer nur das vertreten, was für ihn wichtig war. Auch im Hinblick darauf, dass seine eigene Gruppe dabei durchaus auch entsprechend beschmutzt wurde und das ist natürlich nicht in Ordnung.

Irritationen mit Kollegen und Mandataren
Eigentlich wurde mit Leo Steinbichler schon vor Monaten darüber gesprochen. Das ist jetzt nur die Finalisation. Aber ich glaube, es waren die Irritationen, die er mit den eigenen Kollegen hatte, die er auf Bundesebene abwärts mit allen namhaften Mandataren hatte, die schließlich und endlich das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Und nicht die Gründung von Interessensgemeinschaften."
Genauso wie die IG Milch wolle man niemanden gefährden, sondern gemeinsam gegen Schleuderpreise auftreten, erklärte Steinbichler. Vor seiner möglichen Wiederwahl im Frühjahr als Bezirksobmann sei das Land offenbar nervös geworden.
Kritik der Landwirtschaftskammer
Anfang November hatte Steinbichler die Gründung der neuen Interessengemeinschaft angekündigt und dafür Kritik der Landwirtschaftskammer geerntet:

"Wir warnen davor, dass mit der Gründung einer IG Fleisch ein Keil in die Gruppe der Fleisch produzierenden Landwirte getrieben und damit die in vielen Jahren mühsam erarbeitete Marktposition nachhaltig gefährdet wird." Die bestehenden Erzeugerorganisationen seien ausreichend, hieß es.
Verwunderung bei Grünen Bauern
Auf die Absetzung von Landwirtschaftskammer-Obmann Leo Steinbichler haben die Grünen Bauern Oberösterreich verwundert reagiert. Wie deren Obmann und Landwirtschaftssprecher im Parlament, Wolfgang Pirklhuhuber, in einer Presseaussendung erklärte, würden dadurch Demokratiedefizite im Landwirtschaftskammergesetz offensichtlich.
"Völlig unverständlich"
Es sei "völlig unverständlich", dass ein durch die Ortsbauernobmänner-Konferenz gewählter Kammerobmann durch den Präsidenten der Landwirtschaftskammer einfach abgesetzt werden könne.

"Laut Gesetz ist dafür weder ein Beschluss der Landwirtschaftskammer-Vollversammlung noch eine Bestätigung durch den regionalen Ausschuss notwendig", so Pirklhuber.

Sich gegen Lebensmittel-Dumping im Fleischsektor auszusprechen, könne aus Sicht der Grünen Bauern auf keinen Fall als schädigendes Verhalten für bestehende Vermarktungseinrichtungen gewertet werden.
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