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MI | 11.04.2012
Polizei bei Demo (Bild: ORF)
LINZ
Burschenschaftertreffen: Polizei sorgt vor
Für ein umstrittenes Burschenschaftertreffen, das dieses Wochenende in Linz stattfindet, hat die Exekutive entsprechend vorgesorgt: Polizeijurist Erwin Fuchs kündigte am Mittwoch einen "umfangreichen Kräfteeinsatz" an.
Zum sogenannten Turmkommers am Samstag haben sich rund 500 Teilnehmer angekündigt, zu einer Versammlung, die sich dafür ausspricht, etwa 50. Zu einer Gegenveranstaltung werden zwischen 250 und 400 Personen erwartet.

Protestzug am Linzer Hauptplatz
Brenzlig könnte es am Samstag auf der Landstraße im Bereich des Veranstaltungszentrums werden, in dem das Treffen der Burschenschafter um 20.00 Uhr beginnt. Dort findet auch die Kundgebung für den Kommers statt.

Das Bündnis, das dagegen auftritt, startet seinen Protestzug um 18.00 Uhr auf dem Hauptplatz und zieht auf dem Weg zum Schillerplatz daran vorbei. Damit es zu keinen Ausschreitungen kommt, werde die Polizei die Gruppierungen so weit wie möglich auseinander halten, so Fuchs.
Absage gefordert
Zahlreiche politische, kirchliche und kulturelle Organisationen haben eine Absage des Burschenschaftertreffens gefordert. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) und der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) betonten unisono, keine Freude mit dem Treffen zu haben.
Der Vorsitzende der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen, Hans Marsalek, übte vergangene Woche scharfe Kritik an den Betreibern des Veranstaltungszentrums, in dem der Kommers über die Bühne geht: "Wenn Sie großdeutscher und rechtsextremer Propaganda bewusst eine Bühne bieten, schlagen Sie damit allen Opfern des Nationalsozialismus ins Gesicht", betonte der 93-jährige KZ-Überlebende in einem offenen Brief.

Umfassende Stellungnahme angekündigt
Friedrich Helml, Mitveranstalter des Treffens, wollte am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Er kündigte eine umfassende Stellungnahme für die kommenden Tage an.

Zu dem Turmkommers wollen u.a. der Linzer FPÖ-Chef Manfred Traxlmayr, der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer und der frühere Landesparteiobmann Hans Achatz kommen. Bundesparteichef Heinz-Christian Strache soll aus terminlichen Gründen durch den Abgeordneten Martin Graf vertreten werden.
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