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MI | 11.04.2012
Flugzeug (Bild: FACC)
ANDROSCH/SCHARINGER
FACC - Eigentümerstreit über Verkauf entbrannt
Um den Verkauf des oö. Flugzeugzulieferers FACC ist offenbar ein Eigentümerstreit zwischen Großaktionär Hannes Androsch und Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank OÖ, Ludwig Scharinger, entbrannt.
Androsch will verkaufen
Hannes Androsch will laut der Dienstagausgabe der "Oberösterreichischen Nachrichten" die FACC-Beteiligung der Salinen Austria (47,5 Prozent) ganz verkaufen und sich aus dem Flugzeugzuliefergeschäft zurückziehen, sein Salinenpartner Ludwig Scharinger will diese Beteiligung lediglich zurückfahren.

Nicht genügend Geld
Androsch hat eigenen Angaben zufolge nicht die paar hundert Millionen Euro, um dem Flugzeugteileproduzenten den erforderlichen Schub zu geben - und der zweite große Aktionär, Fischer Ski, schon gar nicht, heißt es in dem Bericht weiter.

Deshalb wolle er alle Anteile verkaufen. Der Ausstieg soll einen Verkaufserlös von rund 200 Mio. Euro bringen.
Expansion des Salzbetriebs im Salzkammergut
Der Erlös aus den 47,5 Prozent, die seine Salinen Austria am Flugzeugzulieferer halten, soll in die Expansion des Salzbetriebs im Salzkammergut fließen.

Ursprünglich ein anderer Plan
Unter den Eigentümern (Fischer Ski hält ebenfalls 47,5 Prozent, FACC-Geschäftsführer Walter Stephan ist zu 5 Prozent beteiligt) war laut Zeitungsbericht ursprünglich ein anderer Plan abgestimmt.
Gesamtverkauf "nicht vorgesehen"
Jedenfalls kann RLB-Chef Scharinger die Aussagen Androschs "nicht nachvollziehen". Der Gesamtverkauf von FACC sei "nicht vorgesehen".
Saline brauche kein Geld
Offensichtlich wolle der Industrielle nach jahrelangem Investment in den Innviertler Kunststoffspezialisten jetzt Geld sehen. Denn seine Saline brauche das Geld nicht, sagte Partner Scharinger. Sie müsse sich das Geld für ihr großes Investitionsprogramm selbst verdienen.
Kein Platz für Alt-Aktionäre
Paul Fischer, der eine der zwei Familien-Stiftungen hinter Fischer Ski vertritt, will nicht ausschließen, dass in der "FACC Neu" für Alt-Aktionäre kein Platz übrig bleibt.

Aber: "So locker wie der Androsch verkaufen wir nicht." Und: "Mir ist es lieber, wir halten einen kleinen Anteil an einem Betrieb mit 500 Mio. Euro Umsatz als 47,5 Prozent an einer Firma mit 100 Mio. Umsatz."
Geld erst bei Lieferung
Allen ist klar, dass FACC als Zulieferer für die großen Flugzeug-Hersteller Airbus und Boeing zu klein ist. Das Unternehmen kann die Entwicklungskosten für Aufträge in der Höhe von mindestens 200 Mio. Euro in den nächsten Jahren nicht vorfinanzieren.

Denn Geld der Airlines gibt es erst, wenn die eigens für sie entwickelten Teile auch geliefert werden.
Suche nach Investor
Deshalb ist die Deutsche Bank mit der Suche nach einem kapitalkräftigen Investor betraut. Dieser soll eine Produktion im Dollarraum beisteuern und die FACC damit gegen Währungsschwankungen absichern. Fischer Ski und Saline wollten ihre 95 Prozent dafür auf 25 Prozent und eine Aktie zurückfahren, berichtet die Zeitung.
Androsch hat sich schon einmal gegen die Mitaktionäre gestellt - bei der Standortwahl für das vierte FACC-Werk. Der "Salzbaron" wollte es in der Steiermark haben. Gebaut wurde es in Reichersberg (Innviertel).
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