Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Das nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft geborene Baby
MEDIZINISCHES WUNDER
Geburt nach Bauchhöhlenschwangerschaft
Eine junge Frau hat am Freitag in der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Die 26-Jährige hatte von ihrer Schwangerschaft bis dahin nichts bemerkt.
Wegen Bauchschmerzen ins Spital
Auf Grund starker Schmerzen im Unterbauch wurde die Frau am Freitag in die Landes-Frauen- und Kinderklinik eingeliefert. Dort entdeckten die Ärzte bei einer Ultraschalluntersuchung, dass die 26-Jährige ungefähr in der 34. bis 35. Woche schwanger sein musste. Die Oberösterreicherin hatte bis dahin nichts von einer Schwangerschaft gewusst.

Baby lag zwischen Darm und Wirbelsäule
Da die Frau eine starke Entzündung hatte, entschloss man sich zu einem Kaiserschnitt. Erst dort entdeckten die operierenden Ärzte Gernot Tews und Wolfgang Arzt, dass es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft handelte. Das Baby befand sich zwischen Darm und Wirbelsäule. Dort hatte sich nach der Befruchtung das Ei eingenistet und seine Plazenta gebildet.
Mutter und Kind wohlauf
Das Mädchen konnte gesund auf die Welt geholt werden. Es wog bei der Geburt 2.420 Gramm und ist wohlauf, berichtete Tews auf APA-Anfrage.

Schwierig sei die Entfernung der Nachgeburt gewesen, da diese mit dem Darm und dem umliegenden Gewebe verwachsen war. Die Frau sei in akuter Lebensgefahr gewesen und habe 19 Blutkonserven gebraucht. Sie habe den Eingriff aber gut überstanden und befinde sich derzeit auf der Intensivstation. Diese werde sie vermutlich noch am Wochenende verlassen können.
Wunder, dass beide überlebt haben
Insgesamt waren zehn Ärzte an der Operation beteiligt. Es sei ein Wunder, dass Mutter und Kind überlebt hätten, schilderte Tews im Gespräch mit der APA.

Normalerweise werde eine Bauchhöhlenschwangerschaft bereits in der achten Schwangerschaftwoche bei einer Ultraschalluntersuchung bemerkt und anschließend operativ beendet, so Tews.

Überlebenschance von 1:1.000.000
Die Chance, dass ein Kind außerhalb der Gebärmutter im Bauch zu einem überlebensfähigen Wesen heranwachsen könne und dass Mutter und Kind die Schwangerschaft überleben, sei unter eins zu einer Million. Zum letzten Mal habe es in Oberösterreich vor etwa 40 Jahren einen ähnlichen Fall gegeben, sagte Tews. Damals sei das Baby jedoch gestorben.
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