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MI | 21.03 | 17:03
Zigeunerbaron (Bild: Lehar Festival / Hofer)
"Zigeunerbaron" eröffnet Lehar Festival
Mit einer flotten Inszenierung des Zigeunerbarons von Johann Strauss Sohn hat das Lehar Festival in Bad Ischl die heurige Operettensaison aufgenommen.
Die bekannte Schauspielerin und Kabarettistin Dolores Schmidinger führt dabei Regie. Herausgekommen ist eine traditionelle, jedoch äußerst ansprechende und historisch interessante Aufführung, in der Solisten und Chor durch hervorragende Leistungen glänzen.

Als flotter Geist hat er die ganze Welt bereist, dann kehrt der junge Gutsbesitzer Sandor Barinkay nach den Türkenkriegen in den ungarischen Banat zurück, um dort als Zigeunerbaron sein Erbe anzutreten, das sich der Schweinefürst Zsupan inzwischen angeeignet hat.

Herausforderung für Schmidinger
Mehrzad Montazeri und Rupert Bergmann liegen als grandiose Protagonisten im ständigen Zwist miteinander. In einem Stück, das für Darsteller, Sänger und Regisseurin Dolores Schmidinger gleichermaßen, wegen seiner wirren historischen Handlungsstränge eine große Herausforderung darstellt.

"Das wichtigste für mich war, aus einem unspielbaren, kriegslüsternen Stück ein spielbares zu machen, das man auch nach zwei Weltkriegen verantworten kann. Weil der Zigeunerbaron ist ja eigentlich ein Unstück. Es ist fast eine Opfer, es gibt sehr viele Chöre und viel Nationalismus", so Schmidinger.
Gekürzte und modernisierte Dialoge
Die verknappte Handlung, gekürzte und modernisierte Dialoge und die flotte Inszenierung verleihen dieser Aufführung Witz und Pepp. Ein Großaufgebot an Chorsängern und Tänzern in schillernden Kostümen gibt diesem Zigeunerbaron in Bad Ischl eine traditionelles, gleichzeitig aber auch glamouröses Erscheinungsbild, das dem Publikum bei der Premiere außerordentlich gefallen hat.
"Historisch und poppig"
Das Konzept von Lehar Festspiel-Intendant Michael Lakner trägt nach jahrelanger Arbeit Früchte. Er will ja mit seinem Angebot verstärkt auch ein junges Publikum für Operetten begeistern. Steigende Besucherzahlen bestätigen den Kurswechsel in Bad Ischl: "Wir haben den Weg gewählt, dass wir auf der einen Seite ein Stück zeigen, das ganz historisch daherkommt und auf der anderen Seite eine Operette machen, die etwas poppiger und trashiger daherkommt, um eben junges Publikum anzusprechen", so Lakner.

Den Lehar Festspielen im Kongresshaus in Bad Ischl ist mit dieser heurigen Zigeuner-Baron-Produktion eine weitere glanzvolle Operetteninszenierung geglückt, die jung und alt im Publikum gleichermaßen begeisterte.