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VERKEHR |
06.07.2011 |
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Heftige Kritik an Verkehrsplanung
Nach dem Stauchaos der vergangenen Tage im Großraum Linz übt nun ein Verkehrsexperte der Technischen Universität Wien heftige Kritik an der Verkehrsplanung. Auch am Bau des geplanten Westringes lässt er kein gutes Haar.
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"Die Instabilität des Systems wird immer größer." |
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Die A26 werde die Stauprobleme nicht lösen, sondern weitere schaffen. Überhaupt sei der Bau neuer Autobahnen Geldverschwendung.
Auch Ausweichrouten heillos überlastet
Zwei Tage in Folge wurde die Geduld Tausender Autofahrer im Großraum Linz auf eine harte Probe gestellt. Beide Male war es auf nur einer einzigen Route zu Verkehrsunfällen mit langwierigen Folgen gekommen. Kilometerlange Staus waren die Folge, auch sämtliche Ausweichrouten waren auf Stunden hinaus heillos überlastet.
"Nicht nur ein Linzer Problem"
Situationen wie diese seien nicht nur ein Linzer Problem, meint auf Nachfrage der Verkehrsplaner Harald Frey von der technischen Universität Wien. Das sei vor allem eine Folge einer längst überholten Verkehrsplanung.
Frey: "Man hat in der Vergangenheit geglaubt, mit dem Bau von Autobahnen und Schnellstraßen schnelle Möglichkeiten zu schaffen, von A nach B zu kommen. Aber diese schnellen Möglichkeiten hören sofort auf, weil die Instabilität des Systems immer größer wird. Wenn ich Stauanlagen baue, und Autobahnen und Schnellstraßen sind nichts anderes als letztendlich Stauanlagen, dann produziere ich auch Stau, weil ich das System des Autofahrens immer attraktiver mache."
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Bei einem ansprechenden Angebot sind viele Pendler bereit, auf Zug oder Bus umzusteigen. |
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"Sukzessive zu Autofahrern umerzogen"
Frey ist daher auch der Meinung, dass zum Beispiel der Bau des Linzer Westringes die Verkehrsprobleme der Landeshauptstadt nicht lösen wird: "Wenn das so wäre, dann hätten ja alle Maßnahmen des Autobahn- und Schnellstraßenbaus der vergangenen 60 Jahre zur Lösung des Verkehrsproblems beitragen müssen. Wir wissen aber, dass genau das Gegenteil passiert ist. Wir haben heute ein Vielfaches jener Staus, die wir in den 50er- oder 60er-Jahren gehabt haben. Da hat man die Fahrgäste sukzessive zu Autofahrern umerzogen", sagt Frey.
Belastung auf den Rücken unserer Kinder
Daher sei jeder Euro, der in den Bau neuer Autobahnen und Schnellstraßen investiert werde, verantwortungslos eingesetzt, so Verkehrsplaner Frey.
"Das ist nicht nur Geldverschwendung, sondern auch eine Belastung, die auf den Rücken unserer Kinder ausgetragen wird, weil diese ganzen Verkehrsanlagen auf Pump, sprich auf Kredit, finanziert werden. Aber sie rufen auch Lärm, Abgase oder die Zerschneidung und Zerstörung des Landschaftsbildes hervor, die die nachfolgenden Generationen enorm belasten.
Ausbau des öffentlichen Verkehrs
Frey empfiehlt, jeden verfügbaren Euro in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu stecken. Denn bei einem ansprechenden Angebot seien viele Pendler bereit, auf Zug oder Bus umzusteigen. Geschehe das nicht, dann werde vor allem der ländliche Raum immer mehr ausgedünnt.
Nur mit einem geschickten Ausbau des öffentlichen Verkehrs könne es hingegen gelingen, die Menschen auch auf lange Sicht im ländlichen Raum zu halten und die Staus zu reduzieren.
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