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MI | 11.04.2012
Bierflaschen (Bild: ORF)
RELIGION
Bald Trappistenbier in Engelszell?
Im Klosterladen des Stiftes Engelszell könnte schon bald neben Likör Bier verkauft werden. Der Grund: Die Trappistenmönche brauchen Geld, um das Stift erhalten zu können. Risse in den Mauern verlangen sofort eine umfangreiche Renovierung.
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Zusätzliches, wirtschaftliches Standbein
Lange Risse ziehen sich über die Deckenfresken - doch Hopfen und Malz sind im Stift Engelszell nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Mit dem Brauen des Bieres wollen sich die sieben Brüder des Trappistenordens in Engelhartszell ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein schaffen.

Der Abt Pater Marianus sieht Potential im Trappistenbier: "Ich habe sogar von Gästen, die hier waren, erfahren, dass sie dieses Bier in China gesehen haben."

Bis jetzt nur in sieben Klöstern
Bis jetzt wird Trappistenbier nur in sieben Klöstern in Belgien und Holland gebraut. Es ist ein starkes, süßes Bier – ein Doppel- oder Dreifachbock. Wobei jedes Stift sein eigenes Rezept hat und geheim hält. Deswegen wird das Engelszeller Trappistenbier zur Zeit in der Fachhochschule Wels kreiert.
Braumeister soll abgestellt werden
Für die Brauabläufe im Stift will die Brauerei Hofstetten aus St. Martin im Mühlkreis einen Braumeister abstellen, die Stiftsbrauerei Schlägl könnte die Abfüllung übernehmen.

Peter Krammer von der Brauerei Hofstetten verspricht sich von der Unterstützung eine Ankurbelung des Marktes: "Ich denke mir, dass sich der Markt vermehrt mit solchen Themen beschäftigen wird. Unterm Strich werden wir alle mehr Starkbiere verkaufen. Ich sehe das nicht wirklich als Konkurrenz."

Hilfe von außen darf nicht zu viel sein
Der Abt von Engelszell zeigt sich zurückhaltend. "Für uns ist es sehr wichtig, dass wir andere, mitarbeitende Unternehmen haben, die schon das Know How haben. Wie weit dann von außen eine direkte Mitarbeit möglich ist, das müssen wir dann abchecken."

Der Grund ist nämlich: Um sich mit dem Namen Trappistenbier schmücken zu können, braucht es die Genehmigung der Trappistenvereinigung.
Die gibt es nur, wenn die Hilfe von außen nicht zuviel ist. Wird im Sinne der Engelszeller entschieden, könnte das erste österreichische Trappistenbier in einem Jahr ausgeschenkt werden.
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