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MI | 11.04.2012
Fackelzug in Steyr (Bild: APA/Rubra)
CHRONIK
Steyr: Fackelzug für Familie Komani
1.000 Personen haben am Donnerstagabend in Steyr an einem Fackelzug für die Flüchtlingsfamilie Komani aus dem Kosovo teilgenommen. Die Zwillingsmädchen und ihr Vater waren erst kurz zuvor nach Österreich zurückgekehrt.
Fackelzug in Steyr (Bild: APA/Rubra)
Kritik an Politikern
Bei der Kundgebung rief der gebürtige Steyrer Schriftsteller Erich Hackl Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zum Rücktritt auf. Er kritisierte in seiner Rede aber auch noch andere Politiker.

"Versündigt euch nicht gegen das Kind"
Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) würden in ihrer Zurückhaltung Bundespräsident Heinz Fischer noch übertreffen. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sei stumm geblieben, auch Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ) dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Polizisten sollten sich fragen, ob Gehorsam oder Gewissen schwerer wiege, betonte der Autor, der auf eine Inschrift auf der Steyrer Pfarrkirche Christkindl hinwies: "Versündigt euch nicht gegen das Kind."
"Glaube und Menschlichkeit kennen keine Grenzen", betonte Aichern.
Inhumane Praxis
Altbischof Maximilian Aichern appellierte an Landes- und Bundespolitiker, endlich mit der "inhumanen Praxis" aufzuhören, unbescholtene und gut integrierte Menschen abzuschieben. Wenn die Politik mit der Verantwortung umgehe "wie mit einer heißen Kartoffel", sei es an der Bevölkerung, Verantwortung zu übernehmen, sagte Superintendent Gerold Lehner.

Wenn Familien auseinandergerissen würden, müsse man Grenzen aufzeigen, machte er wie seine Vorredner auf weitere Betroffene aufmerksam.
"Ich schäme mich für diese Regierung", sagte Trübswasser.
"Schäbiges Flüchtlingsabwehrland"
Bald 20 Jahre gebe es Proteste gegen "rechte Hetze", so der Vorsitzende von SOS Menschenrechte, Gunther Trübswasser. Österreich habe sich zu einem "ängstlichen, schäbigen Flüchtlingsabwehrland" entwickelt. "Ich schäme mich für diese Regierung."

Politik trägt ebenfalls Verantwortung
Nicht nur die Innenministerin trage Verantwortung, sondern auch die Politiker, die die Gesetze mitbeschlossen hätten, betonte Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich.

"Hier in Steyr wird ein Zeichen gesetzt, dass Widerstand auch erfolgreich sein kann." Integration sei eine Herausforderung, schaffe aber sicher einen Mehrwert, sagte der Präsident der oberösterreichischen Pfadfinder, Christoph Wurm. Seine Organisation zähle 38 Millionen Mitglieder in 215 Ländern.

"Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht", erklärte der Initiator der Veranstaltung und der Arbeitsgruppe "Komani come home", Erich Schlagitweit.
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