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MI | 11.04.2012
Mann am Computer
RELIGION
Social Media als "katholische Laienbewegung"
Andrea Mayer-Edoloeyi von der Katholischen Aktion Oberösterreich ist überzeugt, dass soziale Netzwerke wie facebook auch in der Kirche neue Wege der Kommunikation eröffnen.
Man erreicht auch Leute, die sonntags nicht im Gotteshaus anzutreffen sind.
Kein Ersatz für Pfarrblatt
Das Social Web sei beziehungsstiftend und "ganz im Sinne des Zweiten Vatikanums", das vom "Priestertum aller Gläubigen" spreche und den Einzelnen zur Verkündigung ermächtige, sagte Mayer-Edoloeyi in einem Pressegespräch auf Einladung des Oberösterreichischen Journalistenforums am Mittwoch.

Es solle nicht das Pfarrblatt oder die Kirchenzeitung ersetzen, biete aber die Möglichkeit der Kommunikation über Glaubensthemen.

Man erreiche auch Leute, die sonntags nicht im Gotteshaus anzutreffen seien, oder könne Enttäuschten vor Augen führen, dass es durchaus engagierte Menschen in der Kirche gebe.

Ermutigung vom Papst
Papst Benedikt XVI. habe Christen in den vergangenen Jahren explizit ermutigt, in Social Media zu wirken, so Mayer-Edoloeyi. In Oberösterreich seien bereits mehrere katholische Einrichtungen, darunter zwölf Pfarren auf facebook aktiv. Hinzu kommen Communitys zu kirchlich relevanten Themen wie etwa für einen arbeitsfreien Sonntag oder gegen inhumane Abschiebungen.

Kritische Distanz
Man dürfe bei allen Vorteilen aber eines nicht übersehen, warnte Matthäus Fellinger, Chefredakteur der Linzer Kirchenzeitung: "Social Media ist ein Geschäft." Die Gesellschaft zersplittere in viele soziale Räume, in denen man körperlich nicht anwesend sei. "Aber der Mensch ist nicht denkbar, ohne dass er physisch da ist."

facebook sei zwar verbindungsstiftend, die Qualität der Begegnung werde aber immer dünner. Fazit: Die Kirche sollte "dabei sein, aber mit kritischer Distanz".
Kirchliche Würdenträger kaum vertreten
Bisher scheint das Social Web eher eine Domäne der Laien zu sein. Kirchliche Würdenträger sind kaum vertreten.

Während in der ersten Phase des Internets die Hierarchie in der Kirche "enorm überhöht" gewesen sei - "man konnte rasch über Mail dem Vatikan etwas mitteilen oder jemanden anschwärzen" -, sieht Fellinger nun eine "Rückeroberung" des virtuellen Raumes durch die Basis.
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