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DI | 14.02.2012
Tabakfabrik Linz (Bild: ORF)
INFRASTRUKTUR
Neue Ideen zur Zukunft der Linzer Tabakfabrik
In die viel diskutierte Frage, was mit der ehemaligen Tabakfabrik geschehen soll, scheint neuer Schwung zu kommen. Geht es nach Finanzstadtrat Johann Mayr (SPÖ), soll auf dem Areal keine Medizin-Uni, sondern die Kunstuni angesiedelt werden.
Die hat derzeit am Hauptplatz im umstrittenen Brückenkopf-Gebäude-West ihre Räumlichkeiten.

"Ein Angebot der Stadt"
Mayr sagte am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Festivals Ars Electronica: "Ich glaube, dass die Kunstuniversität in ihrer räumlichen Entwicklung noch mal innehalten sollte und sich vielleicht überlegt, also Universitätsrat mit dem Rektorat, ob nicht der Standort Tabakfabrik für die Kunstuni ein sinnvollerer wäre. Ich persönlich bin ein Anhänger der Idee, dass die Kunstuni hier herein soll. In einem Nazi-Bau (Brückenkopf-Gebäude, Anm.) sollten keine öffentlichen Einrichtungen sein. Die Kunstuniversität könnte sich hier auch von verschiedenen Diskussionspunkten trennen."

Er verstehe das als Angebot der Stadt, sagte Mayr.
"Enorme Qualität des Innenhofes"
Der künstlerische Leiter des Festivals Ars Electronica, Gerfried Stocker, führte die enorme Qualität des Innenhofes ins Treffen. "Das muss jedes Konzept benutzen, um erfolgreich zu sein", sprach der derzeitige Hausherr aus den Erfahrungen der vergangenen Tage.

"Für die Ars war's das. Wir haben gezeigt, was möglich ist", erteilte Stocker einem Festival 2011 in der Fabrik eine Absage.

"Gesamtheitlicher Ansatz"
Vizebürgermeister Erich Watzl (ÖVP) sah am Beispiel des Festivals, die als Modellfall oder Prototyp gelten könne, den gesamtheitlichen Ansatz bewiesen.
"Linz als Modell für die Zukunft"
Der Philosoph und Vordenker der "Neuen Arbeit", Frithjof Bergmann, hat "das Gefühl, Linz hat es in sich, ein Modell für die Zukunft zu werden".

Es sei eine Transformation in Gang, und er habe bei der Ars mit dem Projekt "NANK" (Neue Arbeit Neue Kultur) versucht, Technologien einzuführen, die mit großer Vielfalt und Zukunftsentwicklungen zu tun haben.
"Was kann die Tabakfabrik dafür tun?"
Für Universitätsprofessor Robert Bauer, der auch die Nachnutzungsstudie für das Gebäude erstellt hat, war die einzige Frage: "Was braucht der Großraum Linz um die Zukunft zu gestalten und was kann die Tabakfabrik dafür tun?"

Er wünscht sich eine Tabakfabrik, in der Kunst, Technologie und Soziales aufeinandertreffen, "die uns ein Stück weit hilft, umzudenken, die uns hilft, von reiner Technologie weg hin zu human centric technologies, wo der Mensch im Mittelpunkt steht".
"Bildung als Grundsäule auf dem Areal"
Der Künstler Gerhard Haderer betonte die Wichtigkeit von Bildung als Grundsäule auf dem Areal, weil es Menschen beteiligen würde, und wünscht sich mehrere Diskussionsforen wie dieses.

Die Musikschule als ergänzende Einrichtung brachte deren Direktor, Christian Denkmaier, aus dem Publikum mit neuen Ideen ins Spiel. Genau das solle die Diskussion auslösen, dass sich Institutionen oder Leute überlegen, "was müssten wir in Zukunft anbieten, um für die Tabakfabrik würdig zu werden?", gefiel Bauer dieser Zugang.
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