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MO | 13.02.2012
SPÖ morgen.rot (Bild: SPÖ OÖ)
POLITIK
morgen.rot: Erneuerung in der SPÖ
Bei der Parteierneuerung der SPÖ, die an diesem Wochenende in St. Georgen an der Gusen diskutiert wird, soll die politische Meinungsbildung auf Gemeindeebene angeregt werden. Die SPÖ verordnet sich Rat von außen.
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Was die Sozialdemokratie als Ziele definiert, solle man auch eigenständig vertreten und umsetzen, so Ackerl.
"Wir leben in einem Jahreskreis"
Parteivorsitzender Josef Ackerl spart nicht mit Kritik: Auf Gemeindeebene habe sich die Partei zu wenig mit inhaltlichen Fragen beschäftigt: "Wir leben in einem Jahreskreis, als wären wir eine kirchliche Vereinigung".

Es käme zu sehr darauf an, was der politische Gegner von der SPÖ denkt. Man sei zu sehr im politischen Pragmatismus erstarrt und es werde zu viel Wert darauf gelegt, ob "uns der eine Bankdirektor und der andere Versicherungsdirektor auf die Schulter klopft", meint Ackerl im Interview mit dem ORF Oberösterreich.

"Veränderung der Gesellschaft herbeiführen"
Für Ackerl geht es darum, "Politik in Augenhöhe" zu machen und mit Selbstbewusstsein aufzutreten. Was die Sozialdemokratie als Ziele definiert, solle man auch eigenständig vertreten und umsetzen, und "eine Veränderung der Gesellschaft herbeiführen."
Video: Interview mit Josef Ackerl

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Parteierneuerungsprojekt morgen.rot
Zum Kongress morgen.rot wurden auch Experten geholt, darunter die deutsche Sprachwissenschafterin Eva Elisabeth Wehling, die an der Universität Berkeley arbeitet. Sie bestätigt, dass die politische Bildungsarbeit an der Basis in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde.
Politische Kommunikation
Elisabeth Wehling ist spezialisiert auf politische Sprache, die aus einem Umfeld an Wissen und Erkenntnis entsteht. So ist erwiesen, dass es nichts bringt, die Ideen des Gegners auf Plakaten zu verneinen. Dadurch würden sie nur im Kopf des Lesers bestätigt.

Für Slogans gelte, dass sie nur funktionieren, wenn vorher lange genug die eigene politische Idee oder Ideologie kommuniziert wurde. Wenn das vernachlässigt wird, dann, so Wehling, ließen sich die gewünschten Assoziationen in ein oder zwei Sätzen auch nicht aufbauen. Das Defizit inhaltlicher Arbeit mache sich trotz Kampagnen bemerkbar.
"Bedeutungsvoll und leer zugleich"
Ein Wort wie Gerechtigkeit - Hauptslogan der SPÖ derzeit – sei "bedeutungsvoll und leer zugleich", so die Expertin. Laut SPÖ soll deshalb mit dem Slogan ein parteiinterner Bildungsprozess einhergehen. Das bedeute mehr Mitreden. Nicht mehr der große Vorsitzende habe das Wort, sagt der Vorsitzende Josef Ackerl.
Erste Ergebnisse
Das Parteierneuerungsprojekt morgen.rot wurde im Herbst 2009 nach der verheerenden Niederlage bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen gestartet.

Als erste Ergebnisse des Kongress in St. Georgen stellten sich inzwischen heraus: Die SPÖ-Mitglieder wünschen sich klarere Positionen ihrer Partei. Sie fordern ein SPÖ-Konzept für die Integration und vor allem müsse am Kontakt zu Wählern und Sympathisanten gearbeitet werden.
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