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MI | 11.04.2012
Notschlafstelle (Bild: Fotolia/Oleg Rosental)
SOZIALES
Forderung nach Notschlafstelle für Jugendliche
Immer mehr Jugendliche leben in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck auf der Straße. Das zeigen zwei Erhebungen bei Sozialeinrichtungen. Jetzt fordern Sozialarbeiter "Krisenschlafplätze" für Jugendliche in den betroffenen Bezirken.
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Vor allem wegen Problemen mit den Eltern würden immer mehr Jugendliche wohnungslos werden.

Eine Woche auf der Straße gelebt
"Ich habe öfters daheim Partys geschmissen und habe auch die falschen Freunde gehabt. Meinen Eltern hat das gar nicht gepasst, und bei einer Party standen sie auf einmal da und schmissen uns alle raus, auch mich. Ich hab dann auf einer Bushaltestellte oder in öffentlichen Klos geschlafen", erzählt ein betroffener Jugendlicher.

Eine Woche lang hat dieser Jugendliche aus dem Bezirk Gmunden auf der Straße gelebt, mitten im Winter. Untertags ist er ganz normal zur Arbeit gegangen. Schließlich hat er Bernhard Brunner, dem Leiter des Gmundener Jugendzentrums "Checkpoint" davon erzählt.

Nach einer Nacht im Jugendzentrum ist er mit einer Sozialarbeiterin zu seinen Eltern gegangen, die ihn schließlich wieder zu Hause aufgenommen haben.
Ressourcen fehlen
Brunner fordert, dass in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck eine eigene Notschlafstelle für Jugendliche eingerichtet wird: "Weils es diesen Bereich noch nicht gibt und nicht abgedeckt ist. Ich habe nicht die Ressourcen, einen ordentlichen Schlafplatz zu finden, oder gemeinsam mit dem Jugendlichen zu den Eltern zu gehen, dass man schaut, dass es mit dem Job weitergeht oder ein Job gefunden wird", sagt Brunner.
20 Prozent Junge in Erwachsenenschlafstelle
Seit Jahren beschäftigen sich Sozialarbeiter in der Region mit der Problematik, darunter auch Stefan Hindinger, der in Vöcklabruck die Notschlafstelle für Erwachsene leitet: "Bei uns in der Notschlafstelle für Erwachsene wird der Anteil der Jüngeren auch immer größer. Letztes Jahr lag dieser Anteil bei 20 Prozent, also 20 Prozent hier in der Notschlafstelle war unter 25 Jahre alt. Das ist eine erschreckende Zahl", so Hindinger.

Laut einer aktuellen Studie haben in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck 60 bis 80 Jugendliche kein Dach über dem Kopf, die Dunkelziffer soll hoch sein.
Ackerl: Aus dem Budget nicht zu finanzieren
Soziallandesrat Josef Ackerl (SPÖ) sagte in einer ersten Reaktion, auch er sehe einen Bedarf, bei Kosten von mindestens 450.000 Euro sei das bei der derzeitigen Budgetsituation aus dem Sozialressort derzeit aber nicht zu finanzieren.

Für die angesprochene Zielgruppe gebe es aber in beiden Bezirken insgesamt drei Streetwork-Stellen, so Ackerl.
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