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DI | 14.02.2012
Priester (Bild: Fotolia/sumos)
CHRONIK
Priesterrat nimmt zu Vorwürfen Stellung
Mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in kirchlichen Einrichtungen wird sich nächste Woche die Vollversammlung des Priesterrats der Diözese Linz auseinandersetzen.
Verallgemeinerung genauso schlecht, wie die Verharmlosung.
Auch in Rom besprochen
Darüber sei dieser Tage in Rom im Rahmen einer Pilgerreise von Bischof Ludwig Schwarz und 45 Priestern mit zuständigen Stellen gesprochen worden.

Interview mit Padinger
Die Verallgemeinerung sei genauso schlecht, wie die Verharmlosung von einzelnen Fällen, sagte der Vorsitzende des Priesterrats der Diözese Linz, Johann Padinger im Interview mit dem ORF Oberösterreich. "Ich möchte aber nicht, dass man alle Priester in einen Generalverdacht hineindrängt. Das ist der schlechteste Weg, um diese Problematik zu bewältigen", so Padinger.

Kommission seit 1995
Gleich nach dem Fall Hans Hermann Gröer 1995 sei eine Kommission gegründet worden, die erst jetzt ihre volle Wirkung zeige. "Damals war das sozusagen noch eine Einladung, die hat erst wirken müssen." Das zeige sich daran, dass sich inzwischen vermehrt Opfer melden.

Er - Padinger - selbst habe vor einigen Jahren einen Fall betreuen müssen. "Eine Großmutter ist einmal zu mir gekommen, und hat mir einen Missbrauchsfall gemeldet. Ihr Enkelkind war betroffen, und der betreffende Priester ist dann auch gerichtlich belangt worden", erzählt Padinger.

Gehandelt werden kann aber erst dort, wo die Missbräuche auch aufgedeckt werden“, betont der Vorsitzende des Priesterrats.

Verschärfte Kriterien bei Kandidaten
Auch in Rom sei das Thema bei den zuständigen Ämtern besprochen worden, dort sei man zur Auffassung gelangt, „das man besonders bei der Auswahl der Priesteramtskandidaten verschärfte Kriterien anzuwenden habe, damit niemand in den Dienst der Kirche kommen könne, der abwegige Neigungen habe.“

Kein kirchliches Problem
Auf die Frage, ob das Thema des Kindesmissbrauchs ein speziell kirchliches sei, meint Padinger: "Das gibt es natürlich in vielen Bereichen, das ist nicht speziell ein kirchliches Problem. Ich vermute, dass es vor allem dort, wo Pädagogen mit Kindern zu tun haben, das Potential an Missbrauch an Kindern am höchsten ist. Aber ich denke, das wird quer durch die Gesellschaft gehen."
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