Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Schneekanone (Bild: ORF/G.H.)
WETTER
Kalter Winter trotz Klimaerwärmung
Trotz des kalten und schneereichen Winters warnt die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb davor, die Klimaerwärmung in Frage zu stellen. Es werde auch in Zukunft schneereiche Winter geben, allerdings auch viele ohne Schnee.
Langfristig wird das Skifahren zum Problem.
Probleme für Liftbetreiber
Diese geringe Verlässlichkeit werde es für Liftbetreiber künftig immer schwieriger machen, ihre Anlagen vor allem in tiefer gelegenen Regionen wirtschaftliche zu führen, so Österreichs renommierteste Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, die 2005 als Österreichs "Wissenschaftlerin des Jahres" ausgezeichnet wurde.
Ein Grad unter den 30-jährigen Mittelwerten
Die Durchschnittstemperaturen des vergangenen Winters lagen ein Grad unter den 30-jährigen Mittelwerten. In Oberösterreich gab es rund 15 Prozent mehr Frosttage, also Tage vollständig unter null Grad, und fast einen Monat länger als sonst eine geschlossenen Schneedecke.
Mehr heiße Tage im Sommer
Verwechslung von Wetter und Klima
Auf die Frage, ob die Klimaerwärmung vielleicht doch nur Panikmache ist, sagte die Klimaforscherin: "Das ist eine Verwechslung von Wetter und Klima. Man muss zwischen kurzfristigen Veränderungen und einer langfristigen Entwicklung unterscheiden."

Steigende Temperaturen
"Wir müssen davon ausgehen, dass bis Mitte des Jahrhunderts die Temperaturen in Regionen wie Oberösterreich im Mittel um ungefähr zwei, drei Grad über denen aus der Periode 1960 bis 1990 liegen. Das heißt, dass es mehr heiße Tage gibt, also Tage mit Temperaturen über 30 Grad. Das heißt wahrscheinlich für den Sommer, dass es längere Trockenperioden geben wird und dazwischen heftige Niederschläge."
"Die Variationsbreite ist groß."
Winter "im Prinzip" wärmer
Im Winter soll es "im Prinzip" wärmer werden und auch mehr Niederschläge geben. Es könnten durchaus auch vergleichsweise milde, aber schneereiche Winter kommen. Es könne aber auch immer noch sehr kalte, oder auch fast schneefreie Winter geben: "Die Variationsbreite ist groß, weil wir in einem Klimabereich der Erde liegen, wo Variabilität ein wesentliches Charakteristikum des Klimas ist", so Kromp-Kolb.

Verlässlichkeit wird zurückgehen
Zur Angst vieler Skiliftbetreiber, dass es in Zukunft unterhalb von 1.000 Meter Seehöhe kaum mehr Schnee geben werde, sagte die Klimaforscherin: "Das stimmt auch in der Form nicht. Es wird die Verlässlichkeit, dass man jedes Jahr, oder jedes zweite Jahr Schnee hat, zurückgehen. Aber das heißt nicht, dass es nicht einmal eine Reihe von Jahren hintereinander geben kann, an denen man wirklich bis weit herunter Skifahren kann."

Langfristiges Problem
Langfristig werde das Skifahren zum Problem, mittelfristig sei es eher eine Frage der Verlässlichkeit, so die Klimaforscherin im Interview mit dem ORF Oberösterreich.
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