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DI | 14.02.2012
Steckdose (Bild: APA/DPA/Frank Rumpenhorst)
WIRTSCHAFT
Wirbel um drohende Strompreis-Erhöhung
Um bis zu neun Prozent sollen nach einem Zeitungsbericht die Strompreise für 55.000 Haushalte in Oberösterreich erhöht werden. Die Regulierungsbehörde e-control meint, dass eine Strompreiserhöhung nicht nötig sei.
Gerechnet wird mit einer Erhöhung von 4 bis 4,50 Euro pro Monat
Lohnerhöhungen werden aufgefressen
Offiziell will niemand die geplante Strompreiserhöung bestätigen. Von Seiten Energie AG und Linz AG heißt es, dass nächste Woche bei der gemeinsamen Ausschusssitzung darüber befunden werden soll.

Man werde jedoch etwas tun müssen, so ein Sprecher der gemeinsamen Vertriebstochter enamo, denn der Strompreis in Oberösterreich sei im Unterschied zur Konkurrenz in den letzten drei Jahren nicht erhöht worden. Mit der heurigen Landtagswahl soll das freilich absolut nichts zu tun haben.
4 bis 4,50 Euro pro Monat
Der Strom werde für die Haushaltskunden jeweils eineinhalb Jahre im Vorhinein eingekauft, so die beiden Energieriesen. Jetzt sei der Großhandelspreis zwar niedrig, aber im Vorjahr sei er hoch gewesen und diese Kosten werden nun wahrscheinlich an den Endverbraucher weitergegeben.

Gerechnet wird mit einer Strompreiserhöhung von 4 bis 4,50 Euro pro Monat und Durchschnittshaushalt.
e-control sieht Erhöhung kritisch
Die heimische Regulierungsbehörde e-control sieht die geplante, aber offiziell noch nicht fixe Strompreiserhöhung kritisch: Zwar seien die Strompreise von Energie AG und Linz AG im österreichweiten Vergleich günstig, beide Unternehmen hätten aber in Oberösterreich eine marktbeherrschende Rolle und könnten durch eine geschicktere Beschaffungsstrategie an der Energiebörse eine Strompreis-Erhöhung sehr wohl vermeiden. Energie AG und Linz AG bestreiten das.
Konsumentenschützer: Andere Anbieter
Auch Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer haben sich inzwischen kritisch geäußert. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer empfehlen, sich andere, billigere Anbieter zu suchen. Die Wirtschaftskammer ärgert sich, dass die mühsam errungenen Lohnerhöhungen durch gestiegene Energiepreise wieder aufgefressen würden.

Gerade die Wirtschaftskammer habe aber keinen Grund zur Kritik, so ein Sprecher der Linz AG. Denn viele Großkunden hätten Einzelverträge. Für sie sei der Strompreis von 2008 auf 2009 teilweise sogar gesunken.
Anschober fordert Transparenz
Kritik an einer eventuellen Strompreiserhöhung kam auch von Umwelt- und Energielandesrat Rudi Anschober (die Grünen). Er verlangte von Energie AG und Linz AG in einer Presseaussendung Transparenz und forderte sie auf, die Kostenentwicklung der vergangenen drei Jahre offenzulegen.
BZÖ: Saure Wahlzuckerl
Die oberösterreichische BZÖ- Landesobfrau Ursula Haubner spricht in einer Aussendung von "rot-schwarzen süßen Wahlzuckerln", die "sauer geworden" sind. "Die Versprechen von Schwarz und Rot waren nur Schall und Rauch", so Haubner. Denn vor der Wahl hätten SPÖ und ÖVP noch eifrig die drohende Strompreiserhöhung dementiert.
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