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MI | 11.04.2012
Taucher im Toplitzsee (Bild: APA/Pictures unlimited/Fesl)
WISSENSCHAFT
Keine Tauchgänge mehr im Toplitzsee
Seit Jahren hat es immer wieder Tauchaktionen nach vermeintlichen Schätzen im Toplitzsee bei Bad Aussee gegeben. Die Bundesforste wollen jetzt diesem Spuk ein für alle Mal ein Ende bereiten.
Die Bundesforste wollen nur noch eine einzige Tauchexpedition erlauben.
Gerüchte über Gold und Diamanten
Der Toplitzsee im oberösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurde seit Kriegsende mehrmals genau untersucht, die Gerüchte über einen angeblichen Gold- und Diamantenschatz des letzten Chefs des Reichssicherheitshauptamts, Ernst Kaltenbrunner, der im See versenkt worden sein soll, verstummten nie.
"Schatz vom Toplitzsee" in den 50er Jahren
Bereits in den 50er Jahren hob man den vermeintlichen "Schatz vom Toplitzsee", mehrere Kisten, in denen man aber nur gefälschte Pfund-Noten und SS-Ausweispapiere fand.

Wurm gefunden
In den 80er Jahren unternahm der deutsche Wissenschaftler Hans Fricke mehrere Tauchgänge. Er fand zwar keinen Schatz, aber ein neues Bakterium, den "Wurm vom Toplitzsee".
Kisten im Toplitzsee (Bild: APA/Wrana Raimund/HPK)
Nach mehreren Wochen fand man nur gefälschte Britische Pfundnoten.
US-Fernsehsender CBS
Im Jahr 2000 hatte eine aufwendige Tauchoperation des US-Fernsehsenders CBS im See keine neuen Erkenntnisse über einen Nazi-Schatz gebracht. Nach mehreren Wochen Arbeit fand man wieder nur gefälschte Pfund-Noten.

Zuletzt wollte wieder ein US Team im Toplitzsee tauchen. Jahrelang hielt man Behörden und Bundesforste hin, weil man das Geld für die Sicherheitsleistungen nich hinterlegte. Vor kurzem wurde die Aktion seitens des Tauchteams endgültig abgesagt.
Zerstörte Laichzonen
Immer wieder versuchen auch Hobbytaucher ihr Glück, tauchen häufig an den wenigen seichten Uferstellen ab und zerstören dabei sensible Laichzonen der Fische.
99 Jahre keine Tauchgänge
Damit soll jetzt Schluss sein: Die Bundesforste wollen noch eine einzige Tauchexpedition erlauben, dann wird der See für 99 Jahre gesperrt. Über die Bedingungen für diesen Tauchgang wird derzeit beraten.

Ökologische Kriterien
Diesem Beraterteam gehören neben den Bundesforsten auch der WWF, das Umweltbundesamt und die Bundeswasserbehörde an. Sie wollen ökologische Kriterien für die letzten Tauchgänge festlegen.

Ob die Spekulationen über den Nazischatz im See nach dieser finalen Expedition aber tatsächlich aufhören, darf bezweifelt werden.
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