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MI | 11.04.2012
Arbeiter, Bild: Andreas Pessenlehner/APA
WIRTSCHAFT
"Zehn Stunden Lohnarbeit sind ausreichend"
Frithjof Bergmann, Philosoph und Begründer der sogenannten Neuen Arbeit, ist zurzeit in Linz, um über sein Konzept zu sprechen. Zehn Stunden Lohnarbeit pro Woche seien für jeden völlig ausreichend, so eine seiner Thesen.
Kurzarbeit als Chance.
Das Schreckgespenst "Kurzarbeit" sieht er dabei als große Chance, umzudenken.

Drei Monate Arbeit - zwei Monate Pause
Wenn ein Großbetrieb wie die voestalpine Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter ankündigt, so ist das für viele Menschen existenzbedrohend. Zu Unrecht, meint Frithjof Bergmann, der schon seit fast 30 Jahren vom nahenden Ende der Vollbeschäftigung spricht.

Man müsste nur die verbleibende Zeit anders nützen und die Lohnarbeit anders strukturieren, so Bergmann: "Ein ganz kleiner, einfacher, nicht revolutionärer Schritt ist, dass man die Arbeit anders einteilt. Das kann die Voest sein, oder sonst jemand, man macht das so, drei Monate Arbeit und zwei Monate Pause."
Durch kompetente Beratung sollten die Menschen Schritt für Schritt dahin geführt werden, die nicht mit Lohnarbeit verbrachten Monate wirklich sinnvoll zu nützen und neue Interessen zu entwickeln.
Gemeinschaftliche Arbeit
Die Herstellung von Gebrauchsgütern, die aufgrund des dann allerdings fehlenden Entgelts nicht mehr gekauft werden können, sollten, so Bergmann, in von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Werkstätten gemeinschaftlich selbst hergestellt werden - er spricht dabei nicht etwa von Marmelade, sondern meint tatsächlich Güter wie Ersatzteile für Autos oder Möbel, Kleidung, Schuhe oder sogar Strom.

"Zentrum für Neue Arbeit" in Linz geplant
Die Idee der "Neuen Arbeit" ist keine Träumerei, sie funktioniert bereits in vielen Städten weltweit. Auch in Linz soll, so Bergmann, der übrigens in Hallstatt aufgewachsen ist, demnächst ein Zentrum für Neue Arbeit entstehen.
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