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MI | 11.04.2012
Taucher (Bild: APA/Stefan Sauer)
CHRONIK
Meldepflicht für Taucher am Attersee geplant
Erst am Montag ist ein 38-jähriger Deutscher im Attersee bei der berüchtigten Schwarzen Brücke tödlich verunglückt. Er ist heuer bereits der vierte Tote an dieser Stelle. Jetzt wird über eine Meldepflicht für Taucher nachgedacht.
Bis in eine Tiefe von 86 Metern ist der 38-jährige Deutsche am Montag im Attersee getaucht. Dort dürfte es zu Schwierigkeiten gekommen sein, einen Notaufstieg an die Oberfläche überlebte der Mann nicht.

Gerade solche Tauchgänge in extreme Tiefen sind immer wieder Auslöser für tödliche Unfälle in den heimischen Seen. Vor allem die Schwarze Brücke zwischen Steinbach und Weyregg, wo das Ufer steil abfällt, lockt immer wieder Hasardeure an.

"Spiel mit dem Risiko verhindern"
Der für die Rettungsorganisationen zuständige LandesratJosef Stockinger (ÖVP) will dieses gefährliche Spiel mit dem Risiko verhindern. Ein generelles Tauchverbot sei nicht durchsetzbar - der für die Rettungsorganisationen zuständige Landesrat will jetzt aber ein Anmeldesystem einführen: Das Konzept sieht vor, dass jeder, der im Bereich der Schwarzen Brücke tauchen will, sich vorher registrieren lassen muss, zum Beispiel bei der Polizei.
Grundausbildung muss vorgewiesen werden
Dabei muss er eine Grundausbildung vorweisen sowie eine Versicherungspolizze, die die Kostenfrage im Falle eines Rettungseinsatzes sicherstellt. Wer sich nicht anmeldet muss, so sieht es der Vorschlag vor, mit empfindlichen Strafen rechnen.

Über die Tauchcomputer sei etwa auch die Tauchtiefe nachträglich noch überprüfbar, auch hier kann sich Stockinger ein Limit von 40 Metern vorstellen.
"Schwierige Kontrolle"
Die Wasserrettung steht dem Anmeldesystem grundsätzlich positiv gegenüber. Landesleiter Josef Leichtfried bezeichnet aber vor allem die Kontrolle als schwierig. Die Tauchschule Nautilus in Weyregg wünscht sich eine stärkere Einbindung der Tauchbasen in das Kontrollsystem.

Stockinger kann sich vorstellen das Anmeldesystem weiter auszubauen: Es soll künftig an allen Tauchplätzen eingesetzt werden, an denen sich die Unfallzahlen häufen.
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