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MO | 13.02.2012
Richterkappe (Bild: APA)
GERICHT
Richter verweigerte Scheidungen
Auf einen kuriosen Fall hat die Rechtsanwaltskammer am Donnerstag aufmerksam gemacht: Ein Richter am Bezirksgericht Lambach weigerte sich demnach, einvernehmliche Scheidungen durchzuführen.
"Probiert es noch einmal"
Stattdessen habe der Gerichtsvorsteher die Scheidungswilligen mit der Aufforderung nach Hause geschickt, es "noch einmal zu probieren", sagte Vizepräsident Gerhard Horak bei der Präsentation des Wahrnehmungsberichts des Rechtsanwaltskammertages am Donnerstag in Wien.
Beschwerden der Betroffenen
Die unkonventionelle Vorgehensweise des Richters hatte allerdings nicht nur Beschwerden der Betroffenen zur Folge, die - nach dem Abschluss einer entsprechenden Gerichtsstandsvereinbarung - auf die umliegenden Gerichte ausweichen mussten.
"Zusätzlicher Arbeitsaufwand"
Auch die dortigen Scheidungsrichter beklagten sich nach Angaben der Rechtsanwaltskammer über den zusätzlichen Arbeitsaufwand. Das Oberlandesgericht Linz hat demnach eine Prüfung des Falls zugesagt.

Landesgericht weist Vorwurf zurück
Der Präsident des zuständigen Landesgerichtes Wels, Reiner Katzelberger, verteidigt die Vorgehensweise des Lambacher Familienrichters. Dieser führe nämlich sehr wohl Scheidungen durch und habe allein heuer bis Ende Oktober 16 Ehen einvernehmlich geschieden.

Allerdings prüfe er die Voraussetzungen strenger als andere Richter, betont Katzelberger: "Er ist ein gläubiger Katholik und hat seine Ideal- und Wertvorstellungen einer Ehe, das ist ja an sich nicht anstößig."
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