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MO | 13.02.2012
Bär "Moritz" (Bild: Christoph Walder)
BAUCHGRIMMEN
Neues von Braunbär Moritz im Bärenblog
Während die Ermittler bei der Klärung des Bärenschwunds noch im Dunkeln tappen, hinterlässt eines der Tiere immer wieder Spuren. Der sechsjährige Moritz hat jetzt mehrere Fässer mit "Reh-Müsli" geknackt.
Wie der Bärenanwalt der Österreichischen Bundesforste, Walter Wagner, in seinem Blog berichtet, schlug Moritz an drei Fütterungsstellen zu und zeigte großen Appetit. Das Fertigprodukt, das im Magen stark aufquillt, dürfte ihm allerdings nicht wirklich gut bekommen sein.

Unappetitliche Beweise
Der Bär, der zuletzt vor gut einer Woche von einem Wanderer auf dem Weg zur Goiserer-Hütte gesehen worden war, lieferte nach dem Festmahl zahlreiche weitere, aber wenig appetitliche Beweise seiner Anwesenheit in dem Gebiet.
Nickerchen im Heuschober
Moritz musste sich mehrmals übergeben und anschließend in einem Heuschober bei einem Nickerchen erholen. Mittlerweile dürfte der Patient genesen sein. Spuren deuten darauf hin, dass er das Gebiet bereits wieder verlassen hat, berichtete Wagner.
Aus dem Ötschergebiet eingewandert
Moritz, der aus dem Ötschergebiet ins Salzkammergut eingewandert ist, gefällt es in seiner Wahlheimat - abgesehen vom Bauchgrimmen der vergangenen Tage - recht gut. Einziges Problem ist seine Einsamkeit, denn es gibt weit und breit keine Artgenossen. Dabei wäre der Bär im besten Alter und hätte gegen weibliche Gesellschaft nichts einzuwenden.

Bevor sich der WWF, zu dessen Wiederansiedelungsprojekt Moritz gehört, aber dieses Problems annehmen könne, müsse erst der Krimi um die verschwundenen Bären gelöst werden, sagte Projekt-Koordinatorin Kathrin Hebel.
20 Bären verschwunden
Seit Beginn der Wiederansiedelung 1989 fehlt von 20 Tieren jede Spur. Vor rund einem Jahr verschwanden die letzten vier Jungtiere. Mittlerweile sind nur noch vier Bären in den nördlichen Kalkalpen übrig, darunter lediglich ein reproduktionsfähiges Weibchen.
Vermutlich illegale Abschüsse
Experten des WWF halten eine Abwanderung für unwahrscheinlich und vermuten illegale Abschüsse oder eine unbekannte natürliche Todesursache. Beim Bundeskriminalamt, das sich der Sache angenommen hat, sind zwar zahlreiche Hinweise eingegangen, so Hebel, heiße Spur gebe es aber noch keine.
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