Oberösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
(Bild: APA)
VERWAHRLOSUNG
Vorerhebungen im Fall von Gramastetten
Den Behörden, die in den Fall der drei verwahrlosten Mädchen eingebunden waren, droht jetzt gerichtliches Ungemach. Die Staatsanwaltschaft Linz hat Vorerhebungen eingeleitet, vorerst gegen unbekannt.
Inzwischen schaltete sich auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ein. Die Sache sei derzeit noch auf Länderebene, aber die Ministerin lässt sich als oberste Schulaufsichtsbehörde eine "genaue Darstellung" zusenden.

Heimunterricht genau "anschauen"
Diese Darstellung werde "in aller Ruhe" geprüft. In einer solch sensiblen Frage sei Besonnenheit gefordert, sagte ein Sprecher der Unterrichtsministerin. Auch den Vorschlag von Familienministerin Andrea Kdolsky (ÖVP), bei Heimunterricht die Jugendwohlfahrt einzubeziehen, wolle sich Schmied "anschauen", hieß es.
Widersprüchliche Aussagen
Zur Schullaufbahn der drei Mädchen gab es am Montag widersprüchliche Aussagen. Vertreter der oberösterreichischen Schulbehörde hatten die ursprünglichen Angaben, dass die Kinder Hausunterricht erhalten hätten, abgestritten. Die Kinder hätten zwar überdurchschnittlich viele Fehlzeiten in der Schule gehabt, aber immer die notwendigen Prüfungen bestanden.
Keine Schulzeugnisse
Dagegen kritisierte die für die Mädchen nun zuständige Therapeutin, dass die Kinder keine Beschulung erhalten hätten. So sei das älteste Kind seit der zweiten Klasse nicht mehr ins Gymnasium gegangen, seitens der Schulbehörden seien keine Schulzeugnisse zur Verfügung gestellt worden.

"Gute Arbeit geleistet"
Der Präsident des oberösterreichischen Landesschulrates, Fritz Enzenhofer, bekräftigte in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz Dienstagnachmittag, es sei im Schulbereich im Fall der drei angeblich von ihrer Mutter abgeschirmten Kinder "gute Arbeit" geleistet worden. Das habe eine Überprüfung seiner Mitarbeiter ergeben. Zudem liege eine lückenlose Dokumentation aller Aktivitäten vor.
Schützenhilfe von Sachwalterin Tews
Schützenhilfe bekam der Landesschulratspräsident von der von ihm als "Überraschungsgast" vorgestellten Sachwalterin von zwei der Mädchen, Margreth Tews: Der Schulbereich habe bereits im Jahr 2000 agiert, ihm könne man nichts vorwerfen.

Enzenhofer schilderte, 2000 habe erstmals die Schulärztin einen Brief an die Jugendwohlfahrt geschickt. Tews stellte fest, sie habe sich alle Unterlagen beschaffen können, um eine Einschulung der Mädchen in Kärnten zu ermöglichen.
Enzenhofer stellte fest, man müsse die dortige Therapeutin Waltraut Kubelka-Chimani fragen, warum sie erkläre, ihr seien die entsprechenden Schulzeugnisse nicht zur Verfügung gestellt worden. Ihm lägen die Aufgabebestätigungen der Post mit den Zeugnissen und Berichten vom Februar und März des Vorjahres vor.
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